Da sprach erkennbar der Wahlkämpfer und nicht der amtierende Finanzminister: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz verspricht ein stabiles Rentenniveau von 48 Prozent. »Jeder Beitragszahler sollte bei einer CDU/CSU-Regierung darauf gefasst sein, dass das Rentenniveau sinkt«, sagte Scholz der »Bild am Sonntag«. »Das wird es mit mir nicht geben. Ich garantiere ein stabiles Rentenniveau von 48 Prozent.«

Vorbehalte zur Finanzierung in den kommenden Jahrzehnten teile er nicht, sagte der SPD-Kandidat. »Wenn es in Deutschland viele Jobs mit ordentlichen Löhnen gibt, ist die Rente sicher. Darum geht es.«

Scholz will als Reaktion auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs zur Doppelbesteuerung sowohl Beitragszahler als auch Rentner entlasten: »Erstens möchte ich die Beiträge zur Rentenversicherung nicht erst 2025 steuerlich voll absetzbar machen, sondern vorher. Zweitens will ich die volle Besteuerung der Renten weiter nach hinten schieben – sie soll erst 2060 wirksam werden und nicht, wie bislang vorgesehen, schon 2040.« Das helfe sowohl den Beitragszahlenden als auch den Rentnerinnen und Rentnern.

Der Spitzensteuersatz für Singles soll nach den Plänen erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro greifen. »Ich finde es richtig, wenn jemand mit einem so hohen Einkommen wie ich mehr Steuern zahlt«, sagte Scholz dem Bericht zufolge. Singles sollten deshalb ab einem Jahresbruttoeinkommen oberhalb von 100.000 Euro und Verheiratete ab 200.000 Euro einen »künftigen Spitzensatz« zahlen.

Nach Aussagen von Scholz würden durch das SPD-Steuerkonzept fast alle Steuerzahler entlastet, nur Spitzenverdiener wie er selbst müssten mehr zahlen: »Bei einem Durchschnittseinkommen beträgt die Steuerersparnis 75 bis 150 Euro im Jahr.« Wer 3000 Euro brutto verdiene, spare im Jahr etwa 75 Euro an Steuern, sagte der Bundesfinanzminister. »96 Prozent der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler werden entlastet. Für die obersten vier Prozent Topverdiener, das sind gut eine Million, wird es dafür…