Manchmal wird erst nach Jahrzehnten deutlich, welche Vorreiterrolle ein Künstler eingenommen hat. Heute, in Zeiten von Comedy und Ulk-Fernsehen, von Nazi-Parodien und Humor-Tabubrüchen auf allen Ebenen, lohnt ein Blick auf das Werk des Regisseurs und Schauspielers Mel Brooks ganz besonders. Der am 28. Juni 1926 im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn geborene Entertainer feiert jetzt seinen 95. Geburtstag. In vielerlei Hinsicht erweist sich Brooks als Pionier in Sachen Humor.

Mel Brooks – ein früher Tabubrecher

Noch heute wird, durchaus zu Recht, leidenschaftlich diskutiert, ob man mit den von den Nationalsozialisten verübten Verbrechen Späße treiben darf. Das ist nicht jedermanns Sache. Und Witze über Adolf Hitler können ganz schön daneben gehen. Nicht jeder Zuschauer konnte und wollte 1968 mitlachen, als Mel Brooks erster Film „The Producers“ („Frühling für Hitler“) in die Kinos kam.

Phänomenaler Start ins Kinogeschäft: „The Producers“

Brooks hatte schnell Erfolg, sehr großen sogar. Schon zuvor war der Amerikaner, der aus einem jüdisch-europäischen Elternhaus in Brooklyn stammt, ein bekannter Mann. Sein Handwerk hatte er, wie so viele andere US-Komiker, auf der Bühne und beim Fernsehen gelernt. Mel Brooks ist eine bodenständige Variante von Woody Allen: Seine Späße sind nicht intellektuell und feingeistig, sondern oft roh und brachial.

Mehrfach preisgekrönt

Mit dieser Mischung eroberte er in den 1970er- und 80er-Jahren weltweit ein großes Kinopublikum. Darüber hinaus war Brooks zeitlebens auf mehreren Bühnen der Popkultur tätig: fürs Kino und fürs Fernsehen, fürs Theater und als Synchronsprecher. Einen späten weltweiten Erfolg erzielte er im Jahr 2001, als er eine Musical-Version seines Debütfilms „The Producers“ an den Broadway brachte. Dafür gab es nicht weniger als zwölf Tonys – damit ist es das bis heute am häufigsten ausgezeichnete Musical am Broadway.

Echte Klamotte: Brooks‘ Hitchcock-Parodie „Höhenkoller“

Mel Brooks ist einer…