Aufrüstung
Leopard 3 – der deutsch-französischer Kanonenstreit beim neuen Kampfpanzer

Nexter präsentierte die modernere Kanone.

© Nexter / PR

von Gernot Kramper

27.06.2021, 20:13 Uhr

Wer baut Hauptwaffe und Turm des nächsten europäischen Kampfpanzers? Rheinmetall und Nexter verfolgen ganz unterschiedliche Ziele – wer sich durchsetzt, dominiert das Gemeinschaftsprojekt.

Internationale Rüstungskooperationen sollen die Kosten senken und die Zusammenarbeit soll die Freundschaft zwischen den Verbündeten stärken. Tatsächlich setzt immer ein Hauen und Stechen zwischen den „Partnern“ um die attraktivsten Module des Projekts ein. So geschieht es beim europäischen Kampfjet der sechsten Generation, dem Future Combat Air System, kurz FCAS. Hier argwöhnen die Partner, dass sich Paris die komplette Herrschaft über die Entwicklung sichern will und Länder wie Deutschland vor allem als Beitragszahler willkommen sind.

Und auch beim Leopard-Nachfolger Main Ground Combat System – MGCS – wird gerungen. Der jüngste Streit dreht sich um Turm und Hauptwaffe. Da die komplette Elektronik mit Turm und Kanone verbunden sind, ist er technisch das Filet-Stück des Panzers. Antrieb, Panzerung und Rumpf kommen weitgehend ohne Elektronik aus.

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Im Juli 2020 hatte Rheinmetall seinen Prototypen enthüllt. Der Turm war mit der schon zuvor gezeigten 130-mm / L51-Kanone ausgestattet. Anders als beim Leopard 2 wird der Turm mit einem automatischen Lader ausgerüstet. Nur so können der exponierte Turm und die explosive Bewaffnung von der Besatzung getrennt werden. Auch für einen Drohnen- oder Roboterbetrieb ist ein Auto-Lader eine Grundvoraussetzung.

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Doch der französischen Partner Nexter machte klar,…