Die russische Hauptstadt Moskau meldet für diesen Sonntag 144 Todesfällen durch COVID-19, das ist die höchste Zahl an Corona-Toten in einer russischen Stadt seit Beginn der Pandemie. St. Petersburg ist nach Moskau am zweitstärksten von der Pandemie betroffen. Am Sonntag wurden dort 106 Tote und 1298 Neuinfektionen gezählt. Die zweitgrößte Stadt des Landes hatte erst am Samstag mit 107 Todesfällen einen Höchststand verzeichnet. Das letzte EM-Fußballspiel in der Stadt findet am kommenden Freitag statt. 

In ganz Russland wurden zuletzt 599 Todesfälle registriert; die Behörden meldeten zudem 20.538 Neuinfektionen. Vor allem aufgrund der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante steigen die Infektionszahlen seit Anfang Juni wieder stark an. Die Bundesregierung hat Russland deshalb am Freitagabend als Virusvariantengebiet eingestuft: Ab Dienstag gelten bei der Wiedereinreise nach Deutschland besonders strenge Regeln.

Dringender Aufruf zum Impfen

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sagte am Samstagabend im Fernsehen, täglich würden in der Hauptstadt rund 2000 Infizierte ins Krankenhaus eingeliefert. Er rief alle Einwohner eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen. Die Pandemie lasse sich nur mit einer raschen, großangelegten Impfkampagne stoppen.

Diese Bürger stehen vor einem Einkaufszentrum in Moskau für eine Impfung an

Bereits vor einigen Tagen hatte Sobjanin verkündet, dass rund 90 Prozent der Neu-Infektionen auf die zuerst in Indien aufgetretene Delta-Variante zurückzuführen seien. Moskau verschärft daher die Beschränkungen wieder. Ab Montag müssen Unternehmen die Anzahl ihrer Mitarbeiter im Büro um 30 Prozent reduzieren. Geimpfte Mitarbeiter sind davon ausgenommen. Zudem müssen alle Arbeitnehmer über 65 Jahre sowie diejenigen mit Vorerkrankungen von zu Hause aus arbeiten.

Geringe Impfbereitschaft

In Russland ist die Impfskepsis besonders verbreitet, obwohl der einheimische Impfstoff Sputnik V schon mehr als zehn Monaten auf dem Markt…