Eines der berühmtesten Klöster Europas ist Kloster Eberbach bei Eltville am Rhein. In der mittelalterlichen Basilika eröffnet das Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks traditionell das Rheingau Musik Festival. Dieses Jahr mit einem Benefizkonzert des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Große romantische Werke von Jean Sibelius und Felix Mendelssohn Bartholdy standen auf dem Programm; zarte, aber auch gewaltige Klänge mit Augustin Hadelich als Solist an der Geige und Andrés Orozco-Estrada, Chefdirigent des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks. Es war Musik, die die festen Mauern des Zisterzienserklosters nach der langen Corona-Zwangspause stimmungsvoll ausfüllte. „Anderthalb Jahre Hausarrest, die sind jetzt vorbei und wir freuen uns auf das Festival,“ sagt Michael Herrmann, der das Rheingau Musik Festival 1987 ins Leben rief. Wegen der Hygieneauflagen durften nur 650 Zuhörerinnen und Zuhörer in der Basilika Platz nehmen – halb so viele wie sonst. 

In der Basilika von Kloster Eberbach eröffnet das hr-Sinfonieorchester das Rheingau Musik Festival

Der „Neustart Kultur“

„Man könnte meinen, nichts sei geschehen, nichts habe sich je verändert in diesem großen, großartigen Raum, seit Bernhard von Clairvaux die Abtei vor fast 900 Jahren gründete“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu Beginn seiner Ansprache im Kloster. „Dieser Raum, diese romanische Basilika, sie scheint unverrückbar. ‚Ein feste Burg‘, wie es in der Choralzeile heißt, die Mendelssohn in seiner Reformationssinfonie so wunderbar musikalisch verewigt hat.“

Aber selbst eine feste Burg könne erschüttert werden, betonte Steinmeier in Anspielung auf die Corona-Pandemie. Die steigenden Impfzahlen ließen jedoch hoffen. Immer wieder sprach Steinmeier zuversichtlich von Aufbruch und Neubeginn. „Zu diesem Neubeginn gehört in meinen Augen das Kulturleben ganz entscheidend hinzu. Ich bin überzeugt: Unser Land braucht den ‚Neustart Kultur‘, um wieder auf die Beine zu…