Wie der britische Rundfunksender BBC jetzt berichtet, wurde er bereits am Dienstag von einem anonymen Bürger auf den Fund hinter einer Bushaltestelle im südenglischen Kent hingewiesen. Der durchnässte Haufen enthält demnach fast 50 Seiten vertraulicher Dokumente; darunter E-Mails und Powerpoint-Präsentationen. Sie beziehen sich unter anderem auf die Fahrt des britischen Zerstörers „HMS Defender“ durch das Schwarze Meer, das am Mittwoch zu Auseinandersetzungen mit Russland geführt hatte. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass die Regierung in London sich durchaus einer möglichen scharfen Reaktion Moskaus auf die Durchfahrt des Kriegsschiffes vor der Küste der ukrainischen Halbinsel Krim bewusst war, die Russland annektiert hat.

Nach russischen Angaben war am Mittwoch das britische Kriegsschiff HMS „Defender“ bis zu drei Kilometer tief in russische Hoheitsgewässer eingedrungen. Es habe erst nach Warnschüssen und Bombenabwürfen beigedreht. Das Außenministerium in Moskau bestellte einen Tag später aus Protest gegen die „provokativen und gefährlichen Aktionen“ die britische Botschafterin ein.

Nur eine Militärübung?

Die britische Regierung hat die Darstellung zurückgewiesen und insbesondere Warnschüsse und Bombeneinsätze dementiert. Sie sprach von einer russischen Militärübung und betonte, der Zerstörer habe die Freiheit der Schifffahrt durchgesetzt. Demnach war die „HMS Defender“ lediglich auf einer „friedlichen Durchfahrt durch ukrainische Gewässer“ gewesen. Russland hat die Halbinsel Krim 2014 von der Ukraine annektiert und betrachtet Gebiete um die Küste dort als russische Gewässer. Westliche Länder sehen die Krim indes weiter als Teil der Ukraine und lehnen Russlands Anspruch auf die Gewässer ab.

Auch Papiere zur Afghanistan-Mission entdeckt

Die entdeckten Dokumente scheinen zu zeigen, dass die britischen Ministeriumsvertreter bewusst gegen eine alternative Route entschieden – unter anderem, weil Moskau dann denken könnte, das „Vereinigte Königreich“ sei…