Atomkraft
Dänischer Mini-Reaktor will Atomunfälle nicht vermeiden, sondern beherrschbar machen

Die modularen Reaktoren sollen auf einfache Lastkähne montiert werden.

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von Gernot Kramper

19.06.2021, 13:57 Uhr

Seaborg Technologies will Tausende von Minireaktoren bauen. Die Anlagen sollen sehr billig sein und sind so konstruiert, dass selbst Bomben keine nukleare Katastrophe auslösen.

Deutschland dreht den Atomkraftwerken den Saft ab, weltweit erlebt die Nuklearenergie jedoch eine Renaissance. Einer der Haupttrends ist der Bau kleinerer Reaktoren neuen Typs, bei denen bedingt durch die Bauart kein Super-GAU auftreten kann. Diese Anlagen sollen in Fabriken gebaut und vor Ort nur noch endmontiert werden. Einer der bekanntesten Fürsprecher ist Bill Gates, der einen eigenen Reaktortyp entwickeln und bauen lässt.

Mit der Miniaturisierung der Kraftwerke wird eine andere Idee populärer: Wenn die Kraftwerke kleiner werden, warum sollte man sie dann nicht auf eine schwimmende Plattform montieren? So ließen sie sich komplett an einer Werft-Montagehalle bauen und leicht an den Bestimmungsort bringen. Bislang stellt nur Russland schwimmende Atomkraftwerke her, aber nun kündigt ein Start-up aus Kopenhagen entsprechende Pläne an. Anders als Rosatom sind die Dänen allerdings erst am Anfang. „Seaborg Technologies“ geht dafür einen Schritt weiter als Rosatom oder auch Rolls Royce (Rolls Royce will Mini-Reaktoren bauen). Die Reaktoren beider Firmen bauen auf Nuklearanlagen auf, die das Militär bereits für Schiffe und U-Boote nutzt.

Die „kompakt Molten Salt Reactors“ aus Kopenhagen sollen dagegen nur so groß wie ein Schiffscontainer sein und buchstäblich in Massen produziert werden. Und Massen heißt: zu Tausenden. Wie der Name schon andeutet, werden die Brennstoffe mit Fluoridsalzen gemischt. Dieser Mix verflüssigt sich bei Temperaturen über 500 Grad. Das spaltbare…