Forschung
Dünne Folie verwandet normale Brillen in Nachtsichtgeräte

Das Gerät ist kaum von einer normalen Brille zu unterscheiden.

© Jamie Kidston/Australian National University / PR

von Gernot Kramper

19.06.2021, 19:48 Uhr

Australische Wissenschaftler umgehen die komplizierte Technik von konventionellen Nachtsichtgeräten durch eine Beschichtung mit Nanokristallen.

Nachtsichtgeräte machen die Nacht zum Tage, beim Militär sind sie nicht mehr wegzudenken. Aber nach wie vor sind es unhandliche und teure Geräte, welche die Dunkelheit mithilfe von Elektronik in ein sichtbares Bild verwandelt. Weiteres Problem dabei: Für ein gutes Ergebnis muss das Innenleben der Geräte stark abgekühlt werden. Kein Wunder, dass diese Geräte teuer und klobig sind.

Wissenschaftler der Australian National University (ANU) beschreitet nun einen ganz anderen Weg. Eine dünne Beschichtung mit dem Halbleiter Galliumarsenid soll den gleichen Dienst leisten. Das Material verwandelt „unsichtbare“ Infrarotstrahlen in sichtbares Licht. Noch handelt es sich um ein Proof-of-Concept. 2016 gelang es dem Team zum ersten Mal, diese Nanokristalle auf einer Glasfläche zu platzieren. Dann wurde ein Muster aus winzigen Kristallen hergestellt, die zusammen einen Film bilden. Nun haben die Wissenschaftler eine Prototypversion dieser Folie hergestellt, die leicht, billig und einfach in Serie zu produzieren ist.

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