Auch das deutsche Auslandsinstitut blieb von der Pandemie nicht verschont: Denn normalerweise findet das Kultursymposium Weimar seit 2017 alle zwei Jahre in der Stadt Goethes statt – als inzwischen bewährtes Debattenformat für Künstler, Wissenschaftler und Denker aus allen Winkeln des Globus. Ob mit der Vernetzung der Welt (2017) oder der digitalen Zeitenwende (2019) – bisher traf das Symposium mit der Idee ins Schwarze, die Fragen der Zeit zu stellen und Argumente von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Auch dieses Jahr, beim Blick auf das Verhältnis der Generationen. Dass es – pandemiebedingt – eine digitale Ausgabe wurde, als Livestream auf YouTube übertragen, das hat der Veranstaltung nicht geschadet.

Alte und Junge kochen an derselben Zukunft

Was zeichnet meine Generation aus – in meinem Land, meiner Region? Wozu stehe ich, was lehne ich ab? Zur Einstimmung hatte das Goethe-Institut Kreative aus aller Welt gebeten, eine Kiste mit Dingen zu füllen, die etwas über ihre Generation aussagt. Vor laufender Kamera sollten sie alles wieder auspacken und erzählen. Viel zu sagen hatten die taiwanesische YouTuberin Jia-Hui Li (Peggy Lee), die litauische Geek-Vloggerin Agnė Juškėnaitė und der britische Spielzeugsammler Tim Rowett.

Welche Chancen haben die Jungen?

Beeindruckend aber, mit welcher Wucht der kolumbianische Polit-Journalist Juan Carlos Rincón Escalante, dem auf seinen YouTube- und TikTok-Kanälen eine Million Menschen folgen, mit der Riege seiner Eltern abrechnete: „Für meine Generation ist Gewalt die Norm“, sagte Rincón und ratterte in Minutenschnelle die blutige, von Militärdiktatur, Drogenkartellen und Rebellentum geprägte Geschichte des mittelamerikanischen Landes herunter. Es klang fast wie ein Rap, doch eine Frage ließ er unausgesprochen: Welche Chancen haben da die Jungen?

Ranga Yogeshwar (hier im Jahr 2013) sprach von einer „Maschinengeneration“

Generationengerechtigkeit, Verantwortung für Ressourcen und fürs Klima, Bildung und vor allem:…