Es ist eine Wiedereröffnung mit symbolischem Wert: Nachdem Ende März die zweite Welle der Corona-Pandemie Indien besonders hart getroffen hatte und die indische Regierung mit Einschränkungen des öffentlichen Lebens reagierte, soll der Taj Mahal ab Mittwoch wieder zugänglich sein. Das teilte die zuständige Abteilung des Kulturministeriums am Montag mit.

Dass der Taj Mahal nach dem zweimonatigen Lockdown jetzt gemeinsam mit weiteren Sehenswürdigkeiten und Museen in staatlicher Hand wieder öffnen darf, könnte sich auch positiv auf die Wirtschaft auswirken: Der Taj Mahal ist die größte Touristen-Attraktion Indiens und lockt normalerweise bis zu acht Millionen Touristen jährlich in die Region um Agra, wo das monumentale Mausoleum aus dem 17. Jahrhundert steht. Schon im ersten Jahr der Pandemie hatten die Kulturstätten in Indien monatelang nicht öffnen konnten.

Weltwunder im Lockdown

Weltweit hatte die Pandemie dafür gesorgt, dass Geschäfte, Schulen oder Kultureinrichtungen geschlossen bleiben mussten. Es birgt aber eine gewisse Ironie in sich, dass auch die sieben sogenannten „neuen Weltwunder“ von diesen Schließungen betroffen waren. Der Titel des neuen Weltwunders ist zwar nur inoffiziell, sorgte seit seiner Wahl im Jahr 2007 aber für einen massiven Beliebtheitsschub für die ausgewählten Monumente. Dementsprechend zeigten sich hier die Auswirkungen der Pandemie besonders.

Pyramide in Chichen Itza

Ein Beispiel dafür ist etwa Chichén Itzá. Schon zu normalen Zeiten zieht die ehemalige Maya-Stadt im mexikanischen Bundesstaat Yucatán über eine Millionen Besucher jährlich an. Besonders beliebt ist aber die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, an der die Sonne so auf die Stufenpyramide von Kukulcán in Chichén Itzá fällt, dass der Schatten wie eine Schlange auf der Treppe aussieht. Normalerweise kommen Touristen aus der ganzen Welt für dieses Event nach Chichén Itzá, jetzt schloss die Regionalregierung die Kultstätte für die drei Tage um das…