Jagd nach Leaks
Donald Trump zwang Apple, seinen Kampf gegen die Demokraten zu unterstützen

Als Präsident kämpfte Donald Trump ständig mit Leaks

© Getty Images

von Malte Mansholt

12.06.2021, 11:26 Uhr

Wer verrät ständig Details aus seinem inneren Kreis? Von dieser Frage war Donald Trump regelrecht besessen. Nun kommt heraus, dass er bei der Suche selbst vor der Verfolgung von Journalisten, politischen Gegnern und deren Familien nicht halt machte. Und auch Tech-Konzerne zur Mithilfe zwang.

Es war die Präsidentschaft der anonymen Quellen: Kaum ein Tag in Donald Trumps Amtszeit verging, ohne dass Interna teils absurde Details aus dem Arbeitsalltag seiner Administration enthüllten. Trump waren die Leaks ein Dorn im Auge. Immer wieder attackierte er die Medien, behauptete, die Quellen würden nicht existieren. Hinter den Kulissen machte er indes Jagd auf sie  – und schreckte dabei auch nicht vor drastischen Schritten zurück.

Das geht aus mehreren Medienberichten hervor. Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass Trumps Justizministerium Journalisten ausgespäht hatte, ein aktueller Bericht der „New York Times“ erhebt noch deutlich schwerere Vorwürfe: Demnach soll Trump selbst politische Gegner inklusive Kongressabgeordneten und sogar deren Familie ausspionieren haben lassen. Dafür wurde sogar Apple mit Durchsuchungsbeschlüssen zur Übergabe von Daten gezwungen.

Ausgelaufene Stillschweige-Verpflichtung

Bekannt wurde die Aktion, weil Apple die Betroffenen informiert hatte. Der digitale Durchsuchungsbeschluss war dem Bericht zufolge mit einem Stillschweige-Befehl verbunden, der in diesem Frühjahr auslief. Demnach hatte das Justizministerium 2017 und 2018 den iPhone-Konzern und einen US-Internetprovider gezwungen, Daten zu zwei demokratischen Mitgliedern des Geheimdienstausschusses, ihren Mitarbeitern und sogar Familienmitgliedern…