Chinesische Drogen-Dealerin
Die Warlord-Prinzessin, die den Westen mit Heroin überflutete

Olive Yang Jinxiu inmitten ihrer Kämpfer.

© Commons

von Gernot Kramper

12.06.2021, 10:01 Uhr

Feines Lächeln und verstümmelte Füße – Olive Yang Jinxiu lehnte das Leben einer chinesischen Prinzessin ab. Lieber führte sie eine Miliz im Goldenen Dreieck und wurde so zu einer Architektin des modernen Drogenhandels.

Dies ist die Geschichte einer Frau, die man zu Recht als „Real Bad-Ass“ bezeichnen kann: Olive Yang Jinxiu. 

Olive Yang hat Geschichte geschrieben

Als Olive Yang vor einem halben Jahr im Alter von 90 Jahren starb, konnte sie behaupten, Geschichte geschrieben zu haben. Sie führte im sogenannten Goldenen Dreieck eine Armee mit tausenden von Kämpfern und gehörte zu den größten Drogenhändlern ihrer Epoche. 

Ihre Geschichte ist aber noch weit komplexer, denn Olive Yang war nicht einfach eine chinesische Frau aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre Familie leitete ihre Abstammung aus der Umgebung der Kaiser der Ming-Dynastie her. Das ist die letzte „reine“ Dynastie, die von den fremdländischen Mandschuh verdrängt wurde. 

Der Klan der Yangs gehörte zu den entschlossensten Anhängern der Ming. Nach der endgültigen Niederlage ihres Kaiserhauses wichen sie in die unwegsamen Grenz-Regionen des heutigen Myanmar aus, dort herrschten sie über die Han-Chinesen des Kokang-Stammes. Einhundert Jahre später wurde dort Yang Jinxiu 1927 als Prinzessin der Kokang geboren. Sie selbst bevorzugte den britischen Namen Olive.

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