Biden-Putin-Gipfel
Amerikanisch-russisches Verhältnis: Eine kurze Geschichte des neuen, kalten Krieges

Die Show sitzt: Joe Biden, damals noch US-Vize-Präsident und Wladimir Putin 2011 in Moskau

© Alexey Druzhinin/Pool / AFP

Wenn sich in wenigen Tagen Joe Biden und Wladimir Putin in Genf treffen, steht ein Frost-Gipfel an – so schlecht wie derzeit war das amerikanisch-russische Verhältnis lange nicht. Genau genommen war es aber auch nie wirklich gut. Ein Rückblick.

Besonders viele Momente unbeschwerter Zweisamkeit hat es zwischen Amerikanern und Russen nur wenige gegeben. Vielleicht bei der Übergabe Alaskas von Russland an die USA im Oktober 1867. Oder im November 1985, als sich die damaligen Regierungschefs der UdSSR und der USA, Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, in Genf trafen und begannen, den Kalten Krieg zu beenden. Auch Wladimir Putin hatte dem Klassenfeind einst sein Herz geöffnet. Zu Beginn des Jahrtausends sollte ein Gipfel mit dem amerikanischen Kollegen George W. Bush in St. Petersburg den Anfang der neuen Partnerschaft besiegeln. Doch sie währte nicht lang. Putin sitzt bis heute als Präsident im Kreml, und das Verhältnis ist wieder so kalt wie ehedem.

In einigen Tagen findet der nächste Gipfel zwischen den USA und Russland statt. Joe Biden ist bereits der fünfte US-Präsident mit dem es Dauermachthaber Putin zu tun bekommt und ganz sicher nicht derjenige, in den er irgendwelche Hoffnungen setzt. Angeblich will der Kremlchef noch am Tag des Treffens in einer herrschaftlichen Villa in Genf nach Moskau zurückfliegen. Joe Biden wiederum, der Putin jüngst einen „Killer“ nannte, sagte vor seinem Abflug zum Gipfelmarathon in Europa: „Wir suchen nicht den Konflikt mit Russland“, würden aber sofort reagieren, wenn die russische Regierung „schändliche Handlungen“ begehe. Nach einem harmonischen Termin klingen diese Worte nicht.

USA und Russland: nur kurz gute…