Wahlkrimi in Peru
Linksgerichteter Kandidat mit Sieg unter Vorbehalt: Staatsanwaltschaft beantragt Haft für rechte Kontrahentin

Perus Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori steht unter Korruptionsverdacht

© Luka Gonzales / AFP

Perus Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori stehen harte Zeiten bevor: Sehr wahrscheinlich hat sie zum dritten Mal in Folge die Stichwahl in ihrem Heimatland verloren, noch dazu droht ihr wegen Korruptionsverdacht eine lange Haftstrafe.

Inmitten des Wahlkrimis um Perus künftiges Staatsoberhaupt hat ein Ermittler erneut Untersuchungshaft für die unter Korruptionsverdacht stehende rechtspopulistische Kandidatin Keiko Fujimori beantragt. In seinem Antrag vor Gericht warf Staatsanwalt José Domingo Pérez der Politikerin vor, gegen Bewährungsauflagen verstoßen zu haben. Nach Auszählung aller Stimmen der Präsidentschaftswahl vom Sonntag liegt Fujimori knapp hinter ihrem linksgerichteten Rivalen Pedro Castillo. Das Ergebnis ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori steht in der weitverzweigten Affäre um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht unter Korruptionsverdacht. Sie wird beschuldigt, für ihre Wahlkämpfe 2011 und 2016 Geld von den Unternehmen angenommen zu haben. Fujimori, die bereits insgesamt 16 Monate in Untersuchungshaft saß und im Mai 2020 unter Auflagen freikam, bestreitet die Anschuldigungen. Sie durfte trotz der Ermittlungen bei der Wahl antreten.

Wahlsieger steht noch nicht endgültig fest

Nach der Auszählung aller Stimmen dürfte Castillo die Wahl am vergangenen Sonntag gewonnen haben. Er kam bei 74 Prozent Wahlbeteiligung auf 50,179 Prozent der Stimmen, Fujimori erhielt demnach 49,821 Prozent. Das Wahlamt hat allerdings noch keinen Kandidaten zum Sieger erklärt, da noch einige Unregelmäßigkeiten überprüft werden. Nach peruanischem Recht kann ein…