In der Coronapandemie hat es mancher geahnt, der hin und wieder Speisen von seinem Lieblingsrestaurant abgeholt hat: So richtig gut kann der Verpackungsmüll nicht sein, der bei jeder Lieferung zusammenkommt.

Wo ein Teil solcher Verpackungen landet, haben nun zwei Studien gezeigt: in den Flüssen und Meeren. Laut der Arbeit von spanischen Forschern stammt ein Großteil der Müllteilchen aus europäischen Flüssen von Essen- und Getränkeverpackungen zum Mitnehmen. Jedes Jahr gelangen zwischen 307 und 925 Millionen solcher größeren Plastikteile letztlich in die Meere, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin »Nature Sustainability«.

Untersucht wurde nicht etwa Mikroplastik – dabei handelt es sich um viel kleinere Teile, die von schon stärker zersetztem Müll stammen – sondern Makroabfall: Teile mit mehr als 2,5 Zentimetern Größe. Sie machen rund 80 Prozent des weltweit in die Ozeane gespülten Plastiks aus.

Für ihre Arbeit hatten die Wissenschaftler bereits vorhandene Verzeichnisse von Abfällen in den unterschiedlichen Bereichen der Meere vereinheitlicht und den Müll klassifiziert. An Küsten waren Plastiktüten am häufigsten, während im offenen Ozean knapp zwei Drittel des Makroabfalls mit Fischereiaktivitäten in Zusammenhang stehen. Hier schwirren etwa Seile, Netze, Bojen und weiteres Fischereizubehör herum. Den geringsten Kunststoffanteil wies der Müll in Flussbetten auf, wo auch viel Holz, Metall, Gummi und Textilien zu finden waren. Der Abfall im Flusswasser bestand fast ausschließlich aus schwimmfähigem Kunststoff.

Aus der Verteilung des schwimmenden Abfalls im Meer schließen die Forscher, dass ein Großteil des vom Land eingetragenen Mülls zunächst einmal in den Küstenregionen festgehalten wird. Möglicherweise werde der Müll dabei wiederholt angespült und abgelagert. Dies verzögere die Aufnahme von Plastik in die Ansammlungszonen des offenen Ozeans, schreiben die Wissenschaftler. Mikroplastik entsteht ihrer Auffassung nach großenteils an…