Heute geht es um die wüsten Stimmungs-Schwankungen in der deutschen Politik. Um das G7-Treffen in Großbritannien. Und den euphorielosen Auftakt der Fußball-Europameisterschaft.

Wie schlägt sich die Kanzlerkandidatin?

Die Schnelllebigkeit des Diskurses, die Schwankung von Stimmungen und Zustimmungswerten in der deutschen Politik ist atemraubend. Vor ein paar Wochen spekulierten Journalisten sowie Politiker von CDU und CSU noch darüber, ob die Union nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihren Kanzlerkandidaten tauschen werde. Söder statt Laschet. Letzterer versank damals in öffentlicher Häme, auf viele wirkte er wie die traurigste Gestalt der deutschen Politik. Da hatte der Höhenflug der Grünen und von Annalena Baerbock gerade begonnen.

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt spekuliert niemand mehr darüber, Armin Laschet auszutauschen. Im Vergleich erscheint es plötzlich sogar wahrscheinlicher, dass die Grünen ihre Kandidatin noch für den Kollegen Robert Habeck auswechseln würden. Das empfahl gestern jedenfalls meine Kollegin Bettina Gaus. Baerbock hält von diesem Vorschlag nichts.

Vor allem die Irritationen um Einnahmen, die von der Kanzlerkandidatin nicht rechtzeitig bei der Bundestagsverwaltung angegeben wurden und »schlampige« Angaben in ihrem Lebenslauf (O-Ton Baerbock) haben ihrer Kandidatur zuletzt arg geschadet. Ihre Zustimmungswerte schrumpfen. Der Hype um Martin Schulz hielt 2017 weitaus länger an.

Heute beginnt nun der Parteitag der Grünen. Eigentlich war die große Frage, wie die Führung mit den abertausenden Änderungsanträgen der Basis umgehen würde, die zum größten Teil auf ein linkeres, radikaleres und noch konkreteres Programm drängen.

Nun aber ist die Hauptfrage: Wie schlägt sich die angeschlagene Kanzlerkandidatin? Und für uns Journalisten: Wie irre ist diese nervöse Auf-und-Ab-Berichterstattung in Minutengeschwindigkeit eigentlich?

Boris, der Hoffnungsclown

Wer es gut meint mit der Menschheit, der kann Boris Johnson für den heute beginnenden…