Das wird teuer: Angesichts des Aufschwungs nach der Corona-Krise klettern die Preise im Großhandel so stark wie seit Juli 2008 nicht mehr. Im Mai lagen sie um 9,7 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb nochmals: Im April 2021 hatte es ein Plus von 7,2 Prozent gegeben und im März von 4,4 Prozent. Von April auf Mai kletterten die Preise um 1,7 Prozent.

Grund für die starke Veränderung sind die Auswirkungen der Virus-Pandemie. Denn vor einem Jahr waren im Zuge der Rezession viele Preise in den Keller gegangen. In der Folge ergeben sich jetzt im Vorjahresvergleich hohe Zuwächse. Aber auch der Anstieg der Import- und Erzeugerpreise hinterlässt Spuren.

Größten Einfluss auf die Inflationsrate im Großhandel hatten im Mai Mineralölerzeugnisse, die sich um fast 47 Prozent verteuerten. Besonders kräftige Preisanstiege zum Vorjahr gab es auch im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen mit einem Plus von 64,6 Prozent sowie mit Erzen, Metallen und Metallhalbzeug (41,2 Prozent). Roh- und Schnittholz wurde im Vorjahresvergleich ebenfalls erheblich teurer (37,7 Prozent), ebenso Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel (22,9 Prozent) sowie chemische Erzeugnisse (11,4 Prozent). Lieferprobleme bei Baumaterialien wie Stahl, Metall und Holz machen auch der Baubranche zu schaffen.

Niedriger als im Mai 2020 waren auf Großhandelsebene dagegen insbesondere die Preise für Datenverarbeitungsgeräte und Software (-4,7 Prozent) sowie lebende Tiere (-2,5 Prozent).

Wenn die Preise im Großhandel steigen, geben viele Unternehmen diese Steigerungen an ihre Kunden weiter. Die Großhandelspreise gelten deshalb als ein Indikator für die künftige Entwicklung der Verbraucherpreise, die zuletzt bereits kräftig angezogen hatten. Das erhöht den Druck auf Notenbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB), die für Preisstabilität sorgen sollen. In ihrer jüngsten Sitzung ließ die EZB die Zinsen jedoch noch…