Interview

Immobilienmarkt
Makler über Ferienhaus-Boom: „Wer nicht ins Büro muss, kann von dort arbeiten, wo es schön ist

Christian von Gottberg leitet die Immobilienbüros von Engel & Völkers in Berlin und Schleswig Holstein

© Franziska Liebe (kleines Bild) / Getty Images

von Daniel Bakir

11.06.2021, 17:22 Uhr

Die Immobilienpreise steigen nicht nur in der Großstadt. Makler Christian von Gottberg registriert in der Pandemie noch einen weiteren Trend: Wochenendhäuschen auf dem Land oder am Meer sind jetzt als Homeoffice im Grünen gefragt.

Herr von Gottberg, Sie haben durch ihre Makler-Büros in Berlin und Schleswig-Holstein sowohl den Blick auf die Großstadt als auch aufs platte Land. Wie haben Pandemie und Homeoffice den Immobilienmarkt verändert?

Die Sehnsucht nach einem Fleckchen im Grünen ist stark gestiegen. Wer in den vergangenen Monaten in seiner kleinen Stadtwohnung eingesperrt war, für den ist ein Häuschen am Stadtrand deutlich attraktiver geworden. Die Homeoffice-Situation hat aber auch die Nachfrage nach Second-Homes, also Ferienhäuschen, enorm getrieben. Wer nicht mehr täglich ins Büro muss, kann auch von dort arbeiten, wo es schön ist.

Was früher das Ferienhäuschen war, ist jetzt das Homeoffice-Häuschen?

Den Trend zum Homeoffice im Wochenendhäuschen gibt es, als Fluchtpunkt aus dem Alltag. Dort sind die Leute jetzt wochenweise zum Arbeiten. Eine der ersten Fragen an meine Makler vor Ort lautet daher häufig: Gibt es hier gutes Internet? Das war früher bei solchen Objekten nicht so wichtig. Aber das Haus kann noch so schön sein: Wenn das Internet nicht passt, kann ich es für Homeoffice nicht gebrauchen. 

In welchen Gegenden boomt das Geschäft mit Zweitwohnungen und -häusern besonders?

In St. Peter-Ording zum Beispiel sind die Preise wahnsinnig gestiegen,…