Nach negativen Berichten zu den Impfstoffplänen der Regierung mit Blick auf Curevac sind die Papiere des Tübinger Biotechunternehmens unter Druck geraten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plane den Impfstoff des Herstellers nicht mehr für die laufende Impfkampagne ein, berichtete der »Mannheimer Morgen« unter Berufung auf Regierungskreise. Die Titel fielen daraufhin um bis zu 13,7 Prozent auf ein Fünf-Wochen-Tief von 74,70 Euro.

Einem Händler zufolge werden die Aktien zusätzlich durch die verzögerte Zulassung der Curevac-Vakzine belastet. Seit Dienstag haben die Anteilsscheine insgesamt mehr als 20 Prozent an Wert verloren.

Angesichts der jüngsten Probleme im Zulassungsprozess für die Coronavakzine von Curevac hatte Jens Spahn Anfang der Woche offenbar im Kreise der Gesundheitsminister von Bund und Ländern gesagt, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA nicht mit einer Zulassung des Curevac-Impfstoffs vor August rechne. Das Bundesgesundheitsministerium führt den Impfstoff des Herstellers auch nicht mehr in seinen auf der Homepage veröffentlichten Lieferplanungen für 2021 auf.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Tübinger Unternehmen zuletzt in Schutz genommen. Dass manches länger als geplant dauere, zeige, wie kompliziert die Entwicklung der Corona-Impfstoffe sei. »Wir können gar nicht oft genug dankbar dafür sein, dass es innerhalb von zwölf Monaten gelungen ist, mehrere Impfstoffe zu entwickeln«, sagte sie mit Blick auf einige andere Hersteller. Deshalb wolle sie kein Unternehmen kritisieren, bei dem es etwas länger dauere.

Die Europäische Union hat sich von dem Curevac-Impfstoff bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. Das Mittel basiert wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna auf der neuen Technologie der Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Anders als bei diesen Firmen – deren Studien allerdings vor dem Auftreten neuer Virusvarianten stattfanden, die…