Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat einen neuen Sicherheitsbericht vorgelegt, in dem es über mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen nach Corona-Impfungen informiert. Neben der bereits bekannten, sehr seltenen, aber schweren Nebenwirkung TTS – Thrombosen im Zusammenhang mit Blutplättchenmangel – berichtet das Institut auch über den möglichen Zusammenhang von Impfungen mit Herzmuskelentzündungen, medizinisch Myokarditis.

Herzmuskelentzündungen: bislang kein klares Bild

Berichte zu Myokarditis-Fällen hatte es zuerst aus Israel gegeben. Ein Ausschuss des israelischen Gesundheitsministeriums hält eine Verbindung zwischen der Corona-Impfung, vor allem der zweiten Dosis, mit einer Herzmuskelentzündung für wahrscheinlich. In Israel wurde vor allem der Impfstoff von Biontech/Pfizer, Comirnaty, eingesetzt. Betroffen waren vor allem junge Männer.

Das PEI teilt jetzt mit, zu dem möglichen Zusammenhang gebe es in Deutschland bislang kein klares Bild. Bislang wurden dem Institut demnach 92 Fälle gemeldet, in denen kürzlich Geimpfte an einer Myokarditis und/oder einer Perikarditis, einer Entzündung des Herzbeutels, erkrankten. Der Mehrzahl der Berichte beziehe sich auf Impfungen mit Comirnaty, dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Ähnlich wie in Israel seien vor allem Männer im Alter zwischen 16 und 29 Jahren betroffen.

Bezogen auf alle Altersgruppen sieht das PEI kein Risikosignal, wenn es die Zahl der berichteten Fälle zu der Zahl an entsprechenden Erkrankungen ins Verhältnis setzt, die auch ohne Impfung zu erwarten wäre. Dennoch falle bei den mRNA-Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer auf, »dass vorwiegend jüngere Menschen betroffen sind, die jedoch vermutlich aufgrund der Impfpriorisierung nicht die prozentual größte Impfgruppe ausmachen«.

Es fehle an Daten, um zu berechnen, »ob die Zahl der gemeldeten Fälle einer (Peri)myokarditis in jüngeren Altersgruppen höher ist, als statistisch zufällig in ihrer Altersgruppe zu erwarten wäre«. Das PEI und…