Wohnen
Vermieter: Mieter zahlen trotz Corona-Krise

Mieterhaushalte in Deutschland zahlen nach Angaben von Eigentümerverbänden trotz der Corona-Krise weiter verlässlich ihre Miete. Foto: Oliver Berg/dpa

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Das Zuhause setzt man nicht so schnell aufs Spiel: Viele Mieter sparen in der Krise eher an anderer Stelle, um keine Kündigung zu riskieren. Denn Wohnungen sind vielerorts nach wie vor knapp.

Drei Monate vor der Bundestagswahl geht die Debatte darum weiter, wie Wohnungsknappheit, steigenden Baukosten und hohen Mieten beizukommen ist.

«Machen Sie das bezahlbare Wohnen zu Ihrem Top-Thema», forderte Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten die nächste Kanzlerin oder den nächsten Kanzler auf. Klimaschutz und Soziales müssten verknüpft werden.

Die Corona-Krise ist in Deutschland aber offenbar noch nicht zur Wohnungskrise geworden: Mieterhaushalte zahlen nach Angaben von Eigentümerverbänden weiter verlässlich ihre Miete. Es gebe keine vermehrten Kündigungen oder gar Zwangsräumungen, sagte Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbands Haus und Grund, am Donnerstag. «Die Sicherungssysteme in unserem Land, sie funktionieren.»

Auch regionale Vermieterverbände und der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) registrierten keinen Anstieg der Kündigungen wegen Mietrückständen. Bei seinen Bestandshaltern machten diese wie vor der Krise zwischen null und zwei Prozent der Kündigungen aus, hieß es beim ZIA.

Der Immobilienexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Voigtländer, bilanzierte, Mieter hätten im vergangenen Sommer auch nicht verstärkt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Miete zu stunden. Einen Grund sieht er darin, dass die Haushalte an anderer Stelle weniger Geld ausgaben – etwa beim Urlaub, beim Ausgehen und anderen Freizeitangeboten. Monatelang gab es…