Ein 39 Jahre alter Mann aus Erlangen hat zugegeben, seiner 41-Jahre alten Ehefrau und deren Mutter eine mit Schlafmittel präpariert Zimtschnecke zu essen gegeben zu haben. Im Schwurgerichtssaal des Nürnberger Landgerichts entschuldigte sich der Mann zum Prozessauftakt am Donnerstag: Es tue ihm leid – und er sei heilfroh, dass die beiden Frauen keine bleibenden Schäden davongetragen hätten.

Hintergrund der Tat scheint ein Trennungsstreit zu sein: Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes hatten sich die Eheleute auseinandergelebt, wie eine Zeugin schilderte. Nach der Trennung habe der Vater seinen Sohn nur noch zweimal in der Woche gesehen, finanzielle Probleme, gelegentlicher Drogenkonsum und gesundheitliche Schwierigkeiten seien hinzugekommen.

Im November 2020 mischte der Mann seinem Geständnis zufolge das Schlafmittel Etizolam in hoher Dosierung in die Füllung seiner Zimtschnecken. Seinen Angaben zufolge, um seine Frau für die Dauer eines Wochenendes außer Gefecht zu setzen, um Zeit mit seinem Sohn verbringen zu können. Die Staatsanwaltschaft plädiert in ihrer Anklageschrift hingegen auf Mord.

Schwiegermutter musste intubiert werden

Die Ehefrau überlebte den Biss in die präparierte Zimtschnecke im November vergangenen Jahres, musste aber mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. Sie litt an Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen und Verwirrtheit, wie aus der Anklage der Staatsanwaltschaft hervorgeht. Noch schlimmer traf es ihre Mutter, die zwei Tage später den Rest der Zimtschnecke aß. Sie musste auf der Intensivstation intubiert und künstlich beatmet werden.

Bader und die Richter seiner Kammer müssen nun klären, was mit dem 39-Jährigen in Zukunft geschehen soll – sieben weitere Verhandlungstage bis zum 29. Juli sind dafür angesetzt.