Jede verabreichte Impfung bedeutet ein Stück Freiheit. Nach Monaten der Entbehrung tritt der lange erwartete positive Effekt der Immunisierungen nun ein. Allerdings nicht für alle gleichermaßen.

Zuletzt hatte die Ständigen Impfkommission (Stiko) darauf aufmerksam gemacht, dass etliche Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Corona-Immunschutz aufgebaut haben. Es gäbe inzwischen mehrere Studien, die zeigten, dass die Impfung gegen Covid-19 bei Menschen, deren Immunsystem medikamentös gebremst wird, nicht so gut wirkt wie bei anderen, so der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens. Bei ihnen sei die Immunantwort schlechter oder falle ganz aus.

Mertens betonte, dass man nicht von Einzelfällen spreche, wenngleich noch nicht bekannt sei, wie viele Menschen wie stark betroffen sind. Manche Krankheitsbilder erfordern den Einsatz solcher Mittel, darunter fallen Menschen nach einer Organtransplantation, aber auch Krebskranke oder bestimmte Rheumapatienten.

Wirksamkeitsreduzierungen fallen unterschiedlich aus

Auch bei Multiple Sklerose werden die Wirkstoffe eingesetzt. Allein von dieser neurologischen Krankheit, bei der sich das eigene Immunsystem gegen den Körper richtet, sind in Deutschland schätzungsweise bis zu 250.000 Menschen betroffen.

Dass die Immunantwort infolge von Impfungen bei Vorerkrankungen geringer ausfallen als bei gesunden Patienten, stellte sich auch bei anderen Impfkampagnen heraus. Bei einer größeren Analyse von 2013 zeigte sich, dass die Wirkreduzierungen der Impfstoffe je nach eingesetztem Immunsuppresiva stark schwanken. Welche Mittel zu welchen Effekten nach der Corona-Schutzimpfung führen, werde derzeit in weiteren Studien untersucht, so Stiko-Chef Mertens.

Für Betroffene Patienten ist eine Impfung dennoch ratsam, versichern Experten. Die Stiko hatte Patienten mit Autoimmunerkrankungen als Risikogruppen eingestuft und entsprechend höher priorisiert, da bei ihnen ein schwerer Verlauf von Covid-19 zu erwarten ist. Eine kleine Studie aus dem…