Maßnahmen zum Klimaschutz sind dringend notwendig, damit die Erde vor einer weiteren Überhitzung bewahrt bleibt. Aber dabei gilt es, auch auf den Artenschutz achtzugeben, berichten Wissenschaftler. Denn undurchdachter Klimaschutz kann schwerwiegende Folgen auf einzelne Tierarten haben, heißt es in einem gemeinsamen Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES und des Weltklimarats IPCC. Die beiden Institutionen haben erstmals gemeinsam über Lösungen für die eng verflochtenen Krisen beraten.

Die gemeinamen Forderung der Forscher lauten: Die Klima- und die Artenvielfaltskrise muss grundsätzlich aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Ansonsten könnten vermeintliche Lösungen für die eine Krise die andere noch verstärken, heißt es.

»Klimaschutz wird oft ohne Artenvielfalt gedacht, das müssen wir ändern«, sagte der Klimaforscher Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven, einer der Autoren des Berichts, dem Science Media Center. Als Beispiel für Maßnahmen, die beides fördern, gilt die Wiederherstellung von Mooren. Sie können viel klimaschädliches CO₂ binden und sind gleichzeitig ein Biotop für viele Arten.

Ein Beispiel für schädliche Einflüsse von Klimamaßnahmen nennt Co-Autor Josef Settele vom Umweltforschungszentrum (Ufz) in Halle/Saale: »Biomasse-Plantagen sind eine richtig schlechte Idee, wenn wir Klimaschutz und Biodiversität kombinieren wollen«, sagt er. So hätten etwa Maisfelder für Biogas wenig Artenvielfalt. Weitere Probleme mit Monokulturen gibt es auch bei Aufforstung mit nur einer Baumart. Das sehe man im Harz, wo Fichtenplantagen unter dem Klimawandel litten und anfällig seien für Borkenkäfer. Monokulturen könnten auch Nährstoffkreisläufe und Wasserhaushalte stören.

Ein weiteres Beispiel ist die Elektromobilität: Mehr Elekro- statt Verbrennungsmotoren schonen zwar das Klima. Aber für die Batterien seien Rohstoffe nötig, die in Bergwerken mit schädlichen Folgen für Umwelt und Menschen…