Die Freie Universität Berlin entzieht Franziska Giffey (SPD) den Doktortitel. Er sei durch »Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung« erworben worden, teilte die Hochschule zur Begründung mit.

Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren seien übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei, hieß es weiter. Giffey habe dabei »mindestens mit bedingtem Vorsatz gehandelt«. Das Präsidium habe den Entzug des Doktorgrades nach »umfassender Beratung einstimmig beschlossen«, teilte die FU mit. Die Arbeit genüge »nicht den Anforderungen an die gute wissenschaftliche Praxis«.

Giffey teilte in einer Stellungnahme mit, die Universität sei nun zu einem anderen Ergebnis gekommen als noch 2019, als man die Arbeit als »eigenständige wissenschaftliche Leistung« bewertet habe. »Diese Entscheidung akzeptiere ich«, hieß es von Giffey nun zur Aberkennung ihres Doktortitels.

Nach wie vor stehe sie zur Aussage, die 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst zu haben. »Fehler, die mir bei der Anfertigung der Arbeit unterlaufen sind, bedaure ich. Diese waren weder beabsichtigt noch geplant.«

Im Begründungsschreiben der FU, das dem SPIEGEL vorliegt, heißt es allerdings, das Präsidium habe zutreffend festgestellt, dass Giffey mindestens mit bedingtem Vorsatz gehandelt habe.

Die Entziehung des Doktorgrades diene dem Schutz des Vertrauens der Öffentlichkeit und der Wissenschaft in die mit der Verleihung dieses akademischen Grads festgestellte Qualifikation und in die Erwartung, dass eine Dissertation, die zur Verleihung dieses akademischen Grads geführt habe, wissenschaftlichen Anforderungen genüge, heißt es in dem Schreiben ebenfalls. Bei anderen Wissenschaftlern, Doktoranden und potenziellen Doktoranden könne sonst der Eindruck entstehen, dass die FU Täuschungen in wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten hinnehme.

Die Hochschule bezog dem Schreiben zufolge auch in ihre…