Rund 19 Millionen Menschen sind in Deutschland bereits vollständig geimpft – und haben dafür eine Bestätigung auf Papier erhalten: einen Zettel oder einen Stempel in ihrem Impfpass. Dieser Nachweis, der inzwischen zu einem Passierschein für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben geworden ist, soll künftig auch per Smartphone erbracht werden können.

Um die Digitalisierung, die dann wiederum eine Übertragung in die Corona-Warn-App oder die am Donnerstag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgestellte App CovPass ermöglicht, sollen sich neben den Impfzentren und Arztpraxen auch Apothekerinnen und Apotheker kümmern.

Mit der Ausstellung der dazu benötigten QR-Codes hat das Bundesgesundheitsministerium damit genau jene Berufsgruppe beauftragt, die bereits bei der Bereitstellung der FFP2-Masken im Frühjahr laut Bundesrechnungshof »eine deutliche Überkompensation« aus Steuermitteln erstattet bekam. Nun ist erneut eine üppige Vergütung für sie vorgesehen. Für die Erstellung eines Impfzertifikats fließen künftig nämlich 18 Euro an sie. Wird dabei auch noch die Zweitimpfung zertifiziert, soll es weitere sechs Euro geben. Nach Rekordumsätzen 2020 könnte diese Erstattung 2021 dazu beitragen, weitere Hunderte Millionen Euro in die Kassen der Apotheker zu spülen.

Die nachträgliche Ausstellung erfordere eine besondere Sorgfalt, um das tatsächliche Vorliegen einer Impfung zu plausibilisieren und Missbrauch zu verhindern, hatte es im Verordnungsentwurf des Ministeriums zur Begründung geheißen. Der Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände teilte mit, der Service müsse kostendeckend sein. Und: »Wir gehen davon aus, dass viele Menschen die nachträgliche und für sie kostenfreie Ausstellung digitaler Impfnachweise in Anspruch nehmen werden.« Sprich: Viele Menschen bedeuten viel Arbeit. Aber eben auch viel Umsatz. Entsprechend kann längst nicht jeder die Höhe der Vergütung nachvollziehen.

»Mehr, als ich für eine…