EAST-Reaktor
Chinas „Künstliche Sonne“ stellt neuen Weltrekord bei der Kernfusion auf

Der EAST-Reaktor ist Teil des internationalen ITER-Projekts. 

© ASIPP / Commons

von Gernot Kramper

10.06.2021, 10:30 Uhr

Die Kernfusion soll unendliche Mengen klimaneutraler Energie liefern. Der chinesische EAST-Reaktor konnte einen neuen Rekord für eine kontinuierliche Fusion setzen, als nächsten Schritt streben die Chinesen eine Fusion über den Zeitraum einer Woche an.

China baut jede Menge Kohle- und Gaskraftwerke, investiert in die Fotovoltaik, will die Windkraft erobern, baut aber auch neue Atomkraftwerke und forscht massiv in Richtung Kernfusion. Die große chinesischen Versuchsreaktoren arbeiten nach dem gleichen Prinzip, nach dem auch dem auch der in Bau befindliche ITER in Europa operieren soll. In einem Donut-förmigen Ring soll Wasserstoffplasma beschleunigt, gebändigt und solange erhitzt werden, bis es zur Verschmelzung der Wasserstoff-Atome kommt.

Das Prinzip dieser Tokamak-Reaktoren wurden von sowjetischen Wissenschaftlern schon in den frühen 1950er-Jahren entdeckt. Es simuliert eine Umgebung ähnlich wie in der Sonne, um eine kontinuierliche Fusion zu erreichen. Nur muss in den Reaktoren die Temperatur des Plasmas weit höher sein als auf der Sonne, da man auf der Erde keinen vergleichbaren Druck aufbauen kann; die Hitze muss diesen Mangel ausgleichen. Doch was in der Theorie als elegante Lösung erschien, erwies sich in der Praxis aus außerordentlich kompliziert.

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