Die Apotheker in Deutschland haben während der Coronakrise einen Rekordumsatz verzeichnet. Die Erlöse lagen im vergangenen Jahr bei 56,71 Milliarden Euro, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das waren gut zwei Milliarden Euro mehr als im Jahr davor.

Die hohen Umsätze haben zum einen mit dem Verkauf von Corona-Produkten wie Masken, Tests und Desinfektionsmittel zu tun, sagte Claudia Korf, ABDA-Geschäftsführerin für den Bereich Ökonomie. Es spielten aber auch Vorzieheffekte eine Rolle, weil viele Verbraucher zu Beginn der Krise Medikamente horteten.

Kritik an einer üppigen Vergütung für den Verkauf von Schutzmasken seitens des Bundes wies Korf erneut zurück: »Das ist Unsinn. Es gab genau vier Wochen, in denen die Regierung eine Möglichkeit gesucht hat, diese Masken an die Bevölkerung zu verteilen.« Einzig die Apotheken seien dazu in der Lage gewesen, »aus dem Nichts« Strukturen aufzubauen und den Einkauf zu organisieren.

Zudem habe die Krise auch Kosten verursacht: Im Schnitt hat jeder Apotheker laut Zahlen der ABDA rund 2500 Euro ausgegeben, um die Filialen coronatauglich umzubauen und das Personal entsprechend einzuteilen. Hinzu kommt, dass der aktuelle Erfolg an den langfristigen Herausforderungen für die Branche kaum was ändert. Den gestiegenen Umsätzen steht eine weiter abnehmende Zahl an Apotheken in Deutschland gegenüber. Insgesamt zählte die ABDA in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 18.670 Filialen und Einzelapotheken. Das waren demnach 82 Apotheken weniger als Ende 2020. Laut Korf gibt es weiterhin einen Trend zur Marktkonzentration und zur Filialisierung.

Herausforderung durch Onlinehandel

Zudem steigt der Anteil des Versandhandels von Medikamenten stetig. Jede fünfte Verpackung wurde im vergangenen Jahr online bestellt und versendet. Auf lange Sicht rechnet der Essener Gesundheitsforscher David Matusiewicz mit einer Konzentration von Gesundheitsdienstleistungen auf digitalen…