Obwohl es beim Berliner Humboldt Forum noch an vielen Ecken und Enden knirscht, dürfen die ersten Besucherinnen und Besucher jetzt die Innenhöfe des rekonstruierten Berliner Schlosses betreten. Der Blick in die Ausstellungs- und Veranstaltungsräume des Humboldt Forums bleibt der Öffentlichkeit aber noch verwehrt.

Zunächst wurden die so genannte Passage und der Schlüterhof freigegeben. Dabei handelt es sich um zwei öffentliche Plätze mit Portalen. Der italienische Architekt Franco Stella, der den Bau entworfen hat, hatte dabei Stadttore im Sinn. Die Innenhöfe versteht er als Stadtplätze.

Skulpturen, die an ihre antiken Vorbilder erinnern, schmücken den Schlüterhof

Eine Passage quer durchs Berliner Schloss

So verbindet die Passage durch das rund 40.000 Quadratmeter umfassende Gebäude den Lustgarten vor dem Berliner Dom mit der Breiten Straße hinter dem Schloss. Diese Passage ist ein Kolonnaden-Weg mit Cafés, die für Besucherinnen und Besucher nun auch geöffnet sind. Die Promenade war in den historischen Bauplänen des Schlosses nicht vorgesehen, sondern wurde von Franco Stella eigens entworfen.

Den im Barockstil rekonstruierten Schlüterhof innerhalb der Schlossmauern hat Franco Stella wie eine italienische Piazza gestaltet, mit einer historischen Pflasterung aus neuen Materialien. Ein „Ort, der theatralisch anmutet, eine Bühne für die Öffentlichkeit“, wie es in der Beschreibung des Humboldt Forums heißt. Gedacht ist der Platz auch für Veranstaltungen.

Das rekonstruierte Schloss mit modernen Bauelementen am Ufer der Spree

Umstritten: Berliner Schloss und Humboldt Forum

Das Berliner Schloss war im Zweiten Weltkrieg stark zerstört worden. Im geteilten Berlin entschied die Regierung der ehemaligen DDR 1950 die Schlossruine zu sprengen und durch ein neues Gebäude zu ersetzen: den Palast der Republik. Mit der Wende 1989 kam das Begehren auf, den Palast der Republik abzureißen und das einstige Hohenzollern-Schloss aufwändig zu…