SPIEGEL: Frau Hüskens, schon seit zehn Jahren ist die FDP nicht mehr im Landtag, warum tun Sie sich so schwer, in Sachsen-Anhalt Fuß zu fassen?

Hüskens: Für die FDP war es noch nie leicht in den östlichen Bundesländern. Unser Vorteil ist aber eine gute kommunale Basis, die uns auch durch schwere Zeiten trägt. In den vergangenen Monaten ist der Zuspruch deutlich. Nun stehen wir in Umfragen zwischen sieben und acht Prozent. Das ist eine gute Ausgangsbasis für die Wahl am 6. Juni.

SPIEGEL: Sie stammen aus dem Westen, kamen 1992 berufsbedingt nach Sachsen-Anhalt. Ihr Mann übernahm 2002 das »Kommando zu Hause«, wie Sie auf Ihrer Homepage schreiben. Eine klassische FDP-Politikerin sind Sie nicht, oder?

Hüskens: Das ist die Frage, was Sie darunter verstehen.

SPIEGEL: Sie meinen, einem FDP-Mann hätten wir die Frage so nicht gestellt?

Hüskens: Vielleicht. Bei meinem Mann und mir war es 2002 meine überraschende Wahl in den Landtag, die zu dieser Entscheidung geführt hat. Ich war Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Fraktion und hätte das Familienleben so nicht mehr stemmen können, er war selbstständiger Schulbuchredakteur und konnte die Erziehung unserer beiden Söhne damals besser mit seiner Tätigkeit vereinbaren.

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Foto: Sebastian Willnow / dpa

Lydia Hüskens, 57 Jahre, ist sachsen-anhaltinische FDP-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2021. Sie wurde im Rheinland geboren, studierte in Münster und kam mit ihrem Ehemann 1992 nach Sachsen-Anhalt. Dort arbeitete sie zunächst als Angestellte im Landwirtschafts- und Umweltministerium, später im Wissenschafts- und Wirtschaftsressort. 2002 wurde sie Parlamentarische Geschäftsführerin der damaligen FDP-Landtagsfraktion. Ihre Partei verpasste seit 2011 stets den Einzug ins Parlament. Hüskens, die seit dem Jahr 2020 auch Landesvorsitzende ist und neuerdings im FDP-Bundespräsidium ihrer Partei sitzt, leitet das Studentenwerk in Halle.

SPIEGEL: Im Februar 2020 ließ sich Ihr…