Nach anderthalb Wochen schwerer Kämpfe haben sich Israels Regierung und die militanten Palästinenser im Gazastreifen auf eine Waffenruhe geeinigt. Sie folgten damit einem Vorschlag Ägyptens, das zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

Die Waffenruhe erfolge ohne jegliche Vorbedingungen, sagte ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts am Donnerstagabend. Sollten aber die Palästinenser ihre Raketenangriffe fortsetzen, sei die Waffenruhe umgehend wieder aufgehoben.

Auch die radikal-islamische Hamas bekannte sich zu der Vereinbarung. „Die Waffenruhe tritt beidseitig am Freitag 02.00 Uhr (Ortszeit; 01.00 Uhr MESZ) in Kraft“, teilte Taher al-Nuno, ein Berater von Hamas-Chef Ismail Hanija, in Gaza mit. Der „bewaffnete Widerstand“ der Palästinenser werde sich so lange an sie halten, solange dies die israelische Seite tue, fügte er hinzu.

Internationale Bemühungen

In den vergangenen Tagen hatten mehrere Staaten – darunter auch Deutschland – sich um ein Ende der Raketen- und Luftangriffe bemüht. US-Präsident Joe Biden drang am Mittwoch in einem Telefonat mit Netanjahu auf eine sofortige Deeskalation. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Verbündete Israels.

Am Donnerstag reiste Bundesaußenminister Heiko Maas in den Nahen Osten. Dabei stellte er sich erneut mit aller Deutlichkeit an die Seite des jüdischen Staates. „Für uns ist die Sicherheit Israels, genauso die Sicherheit aller Jüdinnen und Juden in Deutschland, nicht verhandelbar“, betonte Maas. Sein israelischer Kollege Gabi Aschkenasi bedankte sich für die Solidarität Deutschlands. Maas kam zudem mit Netanjahu, Verteidigungsminister Benny Gantz und Staatspräsident Reuven Rivlin zusammen. Später traf er dann in Ramallah im Westjordanland auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Heiko Maas besichtigt ein Haus bei Tel Aviv, das von einer im Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde

Der Konflikt war am 10. Mai mit…