Gestartet waren die Migranten, von denen fast 1000 minderjährig sein sollen, von der marokkanischen Stadt Fnideq aus. Die marokkanische Polizei habe sie gewähren lassen, berichtet die spanische Zeitung „El País“ und bezieht sich auf Augenzeugen. Die Menschen mussten knapp zwei Kilometer im Wasser zurücklegen, um die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta zu erreichen. Ein Behördensprecher schilderte, viele seien einfach geschwommen, einige hätten zur Unterstützung Schwimmringe gehabt, andere hätten in kleinen Schlauchbooten gesessen. An einigen Stellen sei das Mittelmeer wegen der Ebbe seicht gewesen, sodass die Flüchtlinge hätten durchwaten können. 

Einer entkräfteten Marokkanerin wird aus dem Wasser geholfen

Die spanischen Behörden in Ceuta – mit seinen etwa 85.000 Einwohnern – fühlten sich angesichts der fast 3000 Ankömmlinge überfordert. Noch nie hätten so viele Migranten an einem Tag die Exklave erreicht. Man wisse nicht, wie man alle unterbringen solle, hieß es.

Die Guardia Civil bringt einen jungen marokkanischen Migranten zum Strand Tarajal

Die Massenflucht erfolgte nach der Verschlechterung der Beziehungen Spaniens zu Marokko, seinem südlichen Partner und Hauptverbündeten bei der Kontrolle der Migrationsströme. Wie „El País“ und die in Ceuta erscheinende Zeitung „El Faro“ schreiben, ist die Regierung in Rabat verärgert darüber, dass Spanien die medizinische Versorgung des Chefs der Unabhängigkeitsbewegung Polisario für Westsahara, Brahim Ghali, erlaubte. Er wird seit April in einem spanischen Krankenhaus wegen einer Corona-Erkrankung behandelt.

Westsahara an der nordafrikanischen Atlantikküste war bis 1975 spanische Kolonie. Marokko kontrolliert große Teile des dünn besiedelten Gebiets an seiner Südgrenze. Die Polisario strebt nach Unabhängigkeit für die Westsahara. Marokko will der Region nur Autonomie zugestehen. Nach einer marokkanischen Militäroperation im November in der Westsahara verschärfte sich die Lage.

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