Einzelhandel
Mehr Fairness zwischen Handelsriesen und Lieferanten geplant

Ein Mann kauft in einem Berliner Supermarkt Obst ein. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

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Im Supermarkt denken viele kaum daran, wie die Produkte in die Regale kamen und wie die Bedingungen für Lieferanten sind. Mit einigen umstrittenen Praktiken großer Handelsketten soll jetzt Schluss sein.

Kurzfristig gestoppte Bestellungen von Paletten mit Salat, Bezahlung erst nach Wochen: Auf dem Lebensmittelmarkt wird mit harten Bandagen gekämpft – auch um niedrige Preise.

Landwirte und andere Lieferanten sollen künftig besser davor geschützt sein, dass Handelsriesen sie unter Druck setzen und Bedingungen diktieren. Das sehen Gesetzespläne von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) vor, denen der Bundestag am Donnerstagabend zustimmen sollte. Bauern und Verbraucherschützer setzen auf mehr Fairness. Der Handel protestiert – und warnt, das könnte auch zu höheren Preise im Supermarkt führen.

Klöckner sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wir stärken die Verhandlungsposition kleiner Erzeuger und Lieferanten gegenüber dem Handel.» Dabei gehe es um bessere Erlöse und mehr Augenhöhe. Denn gerade Landwirte kämpften einen ungleichen Kampf «David gegen Goliath». Lieferanten sei häufig nichts anderes übrig geblieben, als unfaire Bedingungen zu akzeptieren, wollten sie nicht ausgelistet werden. Das werde mit dem Gesetz ein Ende haben. «Es muss gelten, was eigentlich die selbstverständlichen Leitlinien des ehrbaren Kaufmanns sind», sagte Klöckner. Den Plänen muss auch der Bundesrat zustimmen.

DIE NEUEN VERBOTE: Untersagt werden soll zum Beispiel, verderbliche Produkte später als 30 Tage nach der Lieferung zu bezahlen oder dass Händler von Lieferanten Geld fürs Lagern fordern. Unzulässig wird, Vereinbarungen nicht schriftlich zu bestätigen, obwohl Lieferanten das wünschen. Tabu sind…