von Ellen Ivits

05.05.2021, 10:57 Uhr

Als einziges Vakzin der Welt hat Sputnik V einen eigenen Twitter-Account: Ein Kanal, über den der Kreml mit allen Mitteln versucht, den Impfstoff zu einem Verkaufsschlager zu machen. Nur ein Beispiel der Kreml-Propaganda, gegen die die G7-Staaten nun ein Mittel finden wollen. 

Am Montag hat in London der dreitägige G7-Gipfel begonnen. Auf der Agenda der Außen- und Entwicklungsminister der sieben führenden Industrienationen steht auch die Einführung eines „schnellen Widerlegungsmechanismus“, mit dem man „Lügen und Propaganda oder Falschnachrichten“ bekämpfen will, so die Vorankündigung des britischen Außenministers Dominic Raab. Der geplante „Widerlegungsmechanismus“ habe zum Ziel, Lügen schnell zurückzuweisen und „den Menschen hierzulande, aber auch in Russland, China und auf der ganzen Welt die Wahrheit zu zeigen“, sagte Raab in London.

Details zu dem vorgeschlagenen Mechanismus sind noch nicht bekannt. Laut einem Bericht der „Sunday Times“ wird Raab bei dem G7-Treffen eine Studie vorstellen, der zufolge russische Trolle besonders Zeitungen in demokratischen Ländern ins Visier genommen haben, um pro-russische Ansichten zu verbreiten. „Pro-russische Trolle veröffentlichen Kommentare über die Ukraine und andere Gebiete, sowohl um die Meinung hier zu beeinflussen, als auch um in den russischen Medien wiedergegeben zu werden“, sagte Raab der Zeitung. 

Wie russische Staatsmedien Schlagzeilen kreieren 

Tatsächlich ist in den russischen Staatsmedien in den letzten Monaten ein denkwürdiges Phänomen zu beobachten: Vermeintliche Leser-Kommentare zu Artikeln in ausländischen Medien werden dazu benutzt für Putin schmeichlerische Schlagzeilen zu stricken. So titelten etwa im vergangenen März dutzende Kreml-treue Medien: „In Deutschland bewundert man Putins ‚diplomatisches Meisterwerk‘, mit dem er auf Bidens Beleidigung…