Ein 18-Jähriger soll mit einem schwertähnlichen Gegenstand in die Kinderkrippe „Aquarela“ der kleinen Gemeinde Saudades im Bundesstaat Santa Catarina eingedrungen sein. Er habe auf die Anwesenden eingestochen, sagte der Sprecher der Militärpolizei von Santa Catarina, Major Rafael Antonio da Silva, der Deutschen Presse-Agentur. Drei Kinder und zwei Betreuerinnen seien tot, ein weiteres Kind sei verletzt.

Offenbar hatten Betreuerinnen so viele Kinder wie möglich im Wickelraum versteckt und die Tür verriegelt. So konnten weitere Opfer verhindert werden. Das Nachrichtenportal „G1“ berichtet, die getöteten Kinder seien weniger als zwei Jahre alt gewesen.

Der Angreifer habe abschließend die Waffe gegen sich selbst gerichtet und sich Hals, Bauch und Oberkörper zerschnitten, heißt es offiziell. Der junge Mann sei nicht vorbestraft, sein Motiv liege noch im Dunkeln.

Ein Polizist zeigt die sichergestellte, armlange Tatwaffe des Amokläufers

Drei Tage Trauer

Die Bildungssekretärin der Gemeinde berichtete von einer „Szene des Schreckens“. Der 35 Jahre alte Bürgermeister brach vor laufenden Kameras in Tränen aus. Er habe selbst ein kleines Kind, sagte er. „Es ist der traurigste Tag unserer Geschichte.“

Brasilien ist zwar eines der gewalttätigsten Länder der Welt, doch Angriffe dieser Art sind eher selten, und sie lösen – wie bei einem Amoklauf mit zehn Toten an einer Schule in Suzano im Bundesstaat São Paulo vor zwei Jahren – große Bestürzung aus.

Die Gouverneurin des von deutschen Einwanderern geprägten Bundesstaates Santa Catarina, Daniela Reinehr, rief eine dreitägige Trauer aus.

rb/wa (afp, ap, dpa)