Die Bundesregierung will mit einer neuen Finanzstrategie Geldströme und Kapitalanlagen stärker nach Klima- und Umweltaspekten sowie den Schutz von Menschenrechten ausrichten. Ziel sei es, dringend notwendige Investitionen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu mobilisieren, heißt es in der sogenannten Sustainable-Finance-Strategie, die 26 Einzelmaßnahmen auflistet. Das Kabinett soll sie am Mittwoch beschließen. Mit einer »Nachhaltigkeits-Ampel« sollen künftig Finanzanlagen gekennzeichnet und grüne Investments leichter erkennbar werden, für die es ohnehin ein immer stärkeres Interesse gibt. Bürgschaften und Kredithilfen für Exporte sollen verstärkt für grüne Projekte vergeben werden.

Der Bund selbst will Aktienanlagen von neun Milliarden Euro in den Pensions- und Versorgungsfonds entsprechend umschichten. Zudem will er sich von Investoren verstärkt über grüne Anleihen Geld besorgen. »Die Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausbauen«, heißt es in dem Konzept. Man richte sich dabei an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen aus und wolle sich eng mit der EU abstimmen. Experten zufolge liegt Deutschland bei dem Thema momentan in Europa höchstens im Mittelfeld.

Hintergrund ist, dass ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) für Profi-Anleger immer wichtiger werden und diese auch von Unternehmen deren Beachtung verlangen. Die Strategie der Regierung sieht vor, dass Anlagen wie etwa Fonds mit einer Ampel versehen werden. Dies wolle man zusammen mit der EU erreichen. Wenn dies aber nicht schnell möglich sei, werde man das System zusammen mit dem Umweltbundesamt aufbauen. »Das System soll Anleger*innen schnell und einfach Hinweise geben, Nachhaltigkeit bei der Vermögensanlage einzuschätzen und zu berücksichtigen.«

Grüne Bonds mit unterschiedlichen Laufzeiten

Der Bund will zudem nach den ersten beiden grünen Anleihen im Jahr 2020 weitere folgen…