Die coronabedingte Absage des Oktoberfests darf nach Ansicht des Deutschen Schaustellerbunds (DSB) nicht automatisch das Aus aller deutschen Volksfeste bedeuten. Die Wiesn sei weltweit das Aushängeschild der deutschen Volksfeste, teilte der Verband mit. Es stehe zu befürchten, dass auch kleinere Volksfeste ihrem Beispiel folgen.

Das Oktoberfest sei aber nicht repräsentativ für die 9750 anderen deutschen Volksfeste und Kirmessen, teilte der DSB mit. Es sei »ein Fest der Superlative«. Kein anderes deutsches Volksfest ziehe so viele Besucher – sechs Millionen – in seinen Bann. Kein anderes Fest sei ein ähnlich starker Magnet für Millionen Touristen aus ganz Europa, Südostasien und den USA, mit bis zu 400.000 Gästen an einem einzigen Tag.

Das familienorientierte deutsche Volksfest hingegen wende sich mit einem vielfältigen Angebot an Einheimische und Gäste aus dem nahen Umland. Veranstalter sollten diese Unterschiede berücksichtigen. »Die Absage des Oktoberfests darf kein Indikator dafür sein, um andere Volksfeste in Deutschland voreilig abzusagen«, argumentierte DSB-Präsident Albert Ritter.

Der Verband macht nun einen unkonventionellen Vorschlag. Die Veranstalter sollten für unvermeidliche Absagen den letztmöglichen Zeitpunkt nutzen, schreibt er. »Wir sind jederzeit startklar, können in der Regel binnen weniger Tage auf dem Festplatz erscheinen und das Fest aufbauen.«