Heute geht es um den europäischen Öffnungstrend, der langsam auch die Bundesrepublik erreicht. Außerdem befassen wir uns mit den Lockerungen für Geimpfte, dem Erfolg der deutschen Impfkampagne und wir werfen einen Blick nach Madrid, dem Schweden des Südens.

Der europäische Lockerungstrend erreicht Deutschland

Der Frühling kommt jetzt auch in Deutschland an: Nachdem die meisten Nachbarländer Öffnungen angekündigt oder bereits umgesetzt haben, zeichnet sich auch in mehreren Bundesländern ein zaghafter Ausstieg aus dem Lockdown an. Die amtliche Inzidenz ist in vielen Landkreisen, vor allem im Norden, bereits unter 100 gesunken. Und da endet die Bundesnotbremse und jedes Bundesland ist wieder für den eigenen Kurs verantwortlich. Heute will sich im besonders strengen Hamburg der Senat mit der Frage der Ausgangssperre befassen – nachdem die Inzidenz hier erstmals wieder unter 100 gefallen ist. Auch in Niedersachsen wird heute über Lockerungen nachgedacht, in Bayern sind sie für nächste Woche angekündigt. Oft geht es dabei um die Öffnung der Restaurantterrassen (die in Teilen des Saarlands und Schleswig-Holsteins bereits Realität ist). Das ist eine Folge der sinkenden Zahlen im ganzen Land: Sie entwickeln sich deutlich gnädiger als die wissenschaftlichen Modellierer teilweise vorhergesagt hatten.

In anderen europäischen Ländern sind Lockerungen bereits länger in Kraft – etwa in Dänemark, Italien oder den Niederlanden. In all diesen Ländern sind die Terrassen bereits wieder geöffnet. Die massivsten Öffnungen waren vor zwei Wochen in der Schweiz in Kraft getreten, gegen den Rat der wissenschaftlichen Task Force und unter Missachtung der Öffnungskritierien der Regierung: Dort sind sogar Veranstaltungen in Innenräumen wieder erlaubt. Dennoch sinken die Zahlen derzeit. Es ist noch zu früh, um festzustellen, ob die Schweizer Regierung ihre gewagte Wette gewinnt. Es scheint aber, dass der europäische Lockerungstrend mit Verspätung nun auch in Deutschland…