Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bringt den Fall seines Präsidenten Fritz Keller vor das verbandsinterne Sportgericht. Der Verbandschef hatte seinen Vizepräsidenten Rainer Koch in einer Sitzung mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen und damit für einen Eklat gesorgt. Die Kommission habe über die „Freisler-Äußerung“ beraten „und das Ergebnis (…) dem Sportgericht zur Entscheidung vorgelegt“, hieß es in einer Mitteilung vom Montag. Ein Urteil des Gerichts unter dem vorsitzenden Richter Hans E. Lorenz soll nach dessen Aussage vom Dienstag noch im Mai fallen, „allerdings nicht in dieser und auch nicht in der nächsten Woche“.

Keller zeigte sich laut „Bild“-Zeitung bereit, sich vor dem Sportgericht zu erklären: „Ich übernehme selbstverständlich für meine Äußerung Verantwortung vor dem zuständigen Sportgericht“, zitierte die Zeitung den 64-Jährigen.

In der Ethikkommission wurden am Montag auch zwei Anträge gegen den DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius beraten, einen von Kellers Gegenspielern im seit Monaten schwelenden Machtkampf an der DFB-Spitze: „Es handelt sich dabei zum einen um die Umstände und die Verfahrensweise im Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung des Büroleiters von Herrn Keller. Zum anderen handelt es sich um die Weitergabe eines Schreibens von Herrn Keller (…) durch Herrn Dr. Curtius an den Medienberater Kurt Diekmann.“ Die Ergebnisse seien „dem DFB als Arbeitgeber des Generalsekretärs zur Entscheidung vorgelegt“ worden.

Werden keine Freunde mehr: DFB-Vizepräsident Rainer Koch (l.) und Fritz Keller (r.)

Keller war am Wochenende bereits von den Chefs der Landes- und Regionalverbände im DFB zum Rücktritt aufgefordert worden. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Sonntag nach einem zweitägigen Krisengipfel in Potsdam mitteilte, sei dem DFB-Boss und Generalsekretär Curtius von den Vertretern der Amateurvereine das Vertrauen entzogen worden. Vizepräsident  Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge…