Überlastetes Gesundheitssystem
Verzweifelte Hilferufe im Netz: Inder suchen über Social Media nach Sauerstoff und Medikamenten

Dramatische Lage in Indien: Sauerstoff ist während der zweiten Welle in dem südasiatischen Land kaum noch zu bekommen

© Altaf Qadri/AP / DPA

von Eugen Epp

04.05.2021, 12:37 Uhr

Indien leidet schwer unter der Covid-19-Pandemie, die Zustände sind dramatisch. In den sozialen Netzwerken versuchen die Bürger:innen verzweifelt, sich selbst Sauerstoff und Krankenhausbetten zu organisieren. Das funktioniert zumindest teilweise.

Seit mehr als einem Jahr wütet das Coronavirus rund um die Welt, doch in kaum einem Land war die Lage so dramatisch wie aktuell in Indien. Seit Pandemiebeginn wurden dort 20 Millionen Corona-Fälle erfasst, Expert:innen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich über den offiziellen Zahlen liegt. Am Samstag meldete Indien als erstes Land auf der Welt mehr als 400.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Kliniken und Krematorien sind völlig überlastet, Erkrankte können oft nicht versorgt werden.

Die Verzweiflung unter den 1,3 Milliarden Einwohner:innen ist groß. Für viele ist es nicht möglich, die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten, Sauerstoff und Medikamente sind nur schwer zu bekommen. Da in vielen Krankenhäusern keine Betten mehr frei sind, sterben die Menschen teilweise buchstäblich auf der Straße. Die letzte Hoffnung für viele Betroffene ist, über Social Media an Hilfe zu gelangen.

Covid-19 in Indien: Hilferufe verbreiten sich „wie ein Lauffeuer“

Das soziale Netz spielt in der indischen Gesellschaft seit jeher eine große Rolle, benötigte Güter werden oft über Kontakte organisiert. In der aktuellen Krise sind es die sozialen Netzwerke im Internet, in denen die Inder:innen versuchen, sich gegenseitig zu unterstützen. Auf Facebook und Twitter häufen…