Kurs gegen autoritäre Staaten
Sie sitzen wieder an einem Tisch: Worum es beim G7-Außenminister-Treffen geht

Bundesaußenminister Heiko Maas (l.) und US-Außenminister Antony Blinken

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In der Ära Trump galt die G7 fast schon als Auslaufmodell. Jetzt könnte die Gruppe westlicher Industriestaaten ein Comeback erleben. Das liegt vor allem an der zunehmenden Konkurrenz zu autoritär regierten Länder wie Russland und China.

Die Außenminister der G7-Staaten wollen am Dienstag in London unter anderem ihren Kurs gegenüber China und Russland abstecken. „Da haben wir viel zu tun, wir haben das viel zu lange liegen lassen“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Montagabend zum Auftakt des Treffens in der britischen Hauptstadt. Weitere Themen werden die Konflikte in Syrien, der Ukraine, in Myanmar und Afghanistan sein. Am Rande der Beratungen wird Maas mit US-Außenminister Anthony Blinken zu einem Einzelgespräch zusammenkommen.

Es ist das erste persönliche Treffen der Außenminister sieben führender westlicher Industriestaaten seit zwei Jahren. Der Gruppe gehören neben Gastgeber Großbritannien und Deutschland die USA, Frankreich, Italien, Kanada und Japan an. Zu den Gesprächen in London sind auch Südkorea, Australien, Indien und Südafrika eingeladen. Die britische Präsidentschaft will die G7 so noch mehr zu einem zentralen Forum der großen Demokratien machen.

Maas begrüßte diesen Ansatz. „Immer mehr versuchen autoritäre Staaten oder autoritäre Staatenlenker, ihr Modell gegen das der liberalen Demokratien zu stellen“, sagte er. Deswegen sei es gut, innerhalb der G7 gemeinsame Werte zu definieren und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Als Beispiel nannte er den freien Handel. „Wir, die G7, sind die freie Welt, und wir wollen freien Handel, statt Knebelverträge, wie wir es von anderen kennen.“