Kaum Flugreisen, leere Hotels und Reisewarnungen für die meisten Länder – der Tourismus steckt noch stärker als viele andere Wirtschaftszweige in der Coronakrise. Angesicht des Impffortschritts und der sinkenden Inzidenzzahlen setzen viele immerhin Hoffnungen in einen Sommerurlaub unter Auflagen in Deutschland – oder gar in anderen europäischen Ländern. Nun dämpft Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Erwartungen.

»Das sehe ich erst mal nicht. Dazu müssten die Inzidenzen drastisch runtergehen, bevor wir sowas ins Auge fassen können«, sagte der Grünen-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart mit Blick auf Reisen im Sommer. Wegen der immer wieder neu auftretenden Mutanten sei die Lage noch unsicher. Es sei zu früh, wegen der leicht sinkenden Zahlen von einer Trendwende zu sprechen.

Zudem gehöre Reisen zu den »ganz problematischen Dingen, weil das Virus wird ja verbreitet durch Reisen«. Corona sei durch Reisen überhaupt erst auf der ganzen Welt verbreitet worden, sagte Kretschmann. »Da ist große Vorsicht geboten.«

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche ist zuletzt sowohl bundesweit als auch in Baden-Württemberg gesunken. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – lag am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 141,4, in Baden-Württemberg nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 173,1.

Vor einer Woche hatte der Wert im Südwesten noch 197,4 betragen. Für mehr Normalität muss die Inzidenz nach den Vorschriften der Bundes-Notbremse in den Stadt- und Landkreisen aber stabil unter 100 sein. Erst dann können Gastronomie und Hotellerie wieder öffnen.

Spahn hofft auf weitere Impfwillige

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Entspannung der Corona-Lage weiter zur Vorsicht. Es gehe darum, jetzt diese dritte Welle zu brechen, sagte der CDU-Politiker in Berlin…