Corona trifft Branche
IG Metall sieht deutschen Schiffbau in einer Existenzkrise

Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik stellt heute seinen Jahresbericht vor. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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Der deutsche Schiffbau hat schon etliche Krisen erlebt – doch Corona trifft die Branche mit ganzer Wucht. Nach Einschätzung der Branche und der IG Metall geht es inzwischen um das nackte Überleben.

Der Schiffbau in Deutschland steckt nach Einschätzung der IG Metall mitten in einer Existenzkrise.

«Diese Krise geht an die Substanz des deutschen Schiffbaus. Tausende Arbeitsplätze auf Werften und bei Zulieferern sind in Gefahr», sagte der Bezirksleiter Küste der Gewerkschaft, Daniel Friedrich, der Deutschen Presse-Agentur.

«Einzelne Standorte – und damit wichtige industrielle Kerne an der Küste – stehen vor dem Aus», befürchtet er. «Um die Zukunft des Schiffbaus in Deutschland zu sichern, müssen Politik und Unternehmen jetzt handeln.»

Inmitten einer der schwersten Krisen berichtet der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) heute über die Lage der Branche. Die Werftindustrie ist von der Coronakrise schwer getroffen worden, bei etlichen Betrieben stehen viele Arbeitsplätze auf der Kippe. Die deutschen Werften sind zwar im internationalen Vergleich klein, haben aber nach dem Abschied vom Containerschiffbau eigentlich profitable Nischen gefunden – zum Beispiel beim Bau von Kreuzfahrtschiffen, Luxusjachten und Spezialschiffen. Doch gerade die Kreuzfahrtbranche braucht im Corona-Lockdown keine neuen Schiffe.

«Rund drei Viertel des zivilen Schiffbauauftragsbuchs hierzulande, ebenso wie in der gesamten EU, wurden von Kreuzfahrtreedern platziert. Doch diese Kunden werden in den kommenden Jahren keine neuen Schiffe bestellen», beklagte der VSM-Hauptgeschäftsführer Reinhard Lüken unlängst. Angesichts riesiger…