Die Impfstoff-Produktion des deutschen Herstellers Curevac gerät durch fehlende Rohstoffe akut in Gefahr. Die amerikanische Regierung blockiert die Ausfuhr entscheidender Materialien per Kriegswirtschafts-Dekret. »Durch den Defense Production Act bekommen wir bestimme Waren nicht aus den USA heraus«, sagt Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas. »Wir bekommen längst nicht immer die Materialien, die wir brauchen.«

Curevac ist von großer Bedeutung für die europäische, insbesondere für die deutsche Impfkampagne. Die auf mRNA-Technologie basierende Vakzine befindet sich in der Endphase der klinischen Erprobung, in den kommenden zwei Wochen werden die Ergebnisse erwartet. Im Falle einer Zulassung sollen laut Plänen der Bundesregierung bereits ab Ende Juni Millionen Impfdosen des Tübinger Unternehmens dazu beitragen, dass im Laufe des Sommers große Teile der Bevölkerung geimpft werden können.

Die Versorgung mit dem Curevac-Impfstoff ist noch wichtiger geworden, seit die beiden Hersteller Johnson & Johnson und AstraZeneca in den vergangenen Monaten ihre Liefergarantien für Europa deutlich gekürzt haben. Curevac hat seine Produktion für 2021 exklusiv auf die EU ausgerichtet und will bis Ende des Jahres 300 Millionen Dosen liefern.

Wie viel davon in den wichtigen Sommermonaten tatsächlich lieferbar sein wird, ist derzeit unklar. »Wir leben teilweise von der Hand in den Mund«, sagt Haas. »Das macht es schwer, einen großen Vorrat aufzubauen«, so der Curevac-Chef. Eine Vakzine habe rund 90 Elemente, wenn nur eines fehle, gebe es keinen Impfstoff. Die zurückgehaltenen Materialien wie Nukleotide oder speziell zertifizierte medizinische Plastikbehälter werden dabei teils von deutschen Firmen in den USA produziert.

Bundesregierung und EU führen bereits Gespräche mit der US-Regierung

Das Tübinger Unternehmen hat bereits die Bundesregierung eingeschaltet: »Die Politik versucht zu helfen«, sagt Haas. Allerdings seien politische Wege nicht immer die schnellsten,…