Jetzt ist auch Ralf Ehrer dran. Auf dem Liverpooler Platz in Köln-Chorweiler bekommt er seine erste Impfung, ganz ohne Termin oder Anmeldung.

Denn: Der Stadtteil ist ein Corona-Hotspot, in Chorweiler liegt die Inzidenz über 500. Die Stadt hat deshalb reagiert und die Impfkampagne angepasst. Die Menschen in Chorweiler sind in Gruppe 3 der Impf-Priorisierung aufgerückt. Ein mobiles Team spritzt ihnen die Impfstoffe von Moderna und Johnson&Johnson.

Möglich wurde dies durch einen Erlass der Landesregierung. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt außerdem für die erste Woche 1.000 zusätzliche Dosen zur Verfügung. Zur Freude des Impfteams.

Jürgen Zastrow, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein:
»Ein Infektionsschwerpunkt mit Infektionsraten jenseits von 500 ist eine sinnvolle Ursache, um die Altersbeschränkung aufzuheben. Und das machen wir hier. Und die Leute warten ja alle auf Impfungen, händeringend.«

Die ersten 300 Dosen Moderna waren in Chorweiler schnell aufgebracht, dann gab es Nachschub. Bis zum Abend wurde geimpft, am nächsten Tag ging es weiter.

Jürgen Zastrow, Vorsitzender der kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein:
»Wir haben ja bis jetzt sozusagen die Handfesseln angehabt und die haben wir abgelegt und sie sehen, was dann passiert, wenn wir das so machen können, wie wir Ärzte das richtig finden.«

Nicht nur in Köln, sondern auch in anderen Städten sind einige Gebiete stärker von der Pandemie betroffen. Oft sind das Stadtteile, in denen viele Menschen auf engem Raum leben, häufig kinderreiche Familien, oder in denen viele Bewohnerinnen und Bewohner Jobs haben, die sie nicht im Homeoffice bewältigen können. All das führt zu einem erhöhten Infektionsrisiko.

Die Menschen in Chorweiler sind erleichtert über den Vorstoß.

Derfin Tas, vor ihrer ersten Impfung:
»Es ist auf jeden Fall eine gute Sache, dass es auch so schnell jetzt doch geht, dass das hier mobil aufgestellt wird. Vor allem im Bezirk allgemein ist es eine hohe Zahl, wenn man das…