Ab kommender Woche wählen die Mitglieder der AfD, wer auf die Plakate und in die TV-Runden zur Bundestagswahl kommen soll. Bis Mittwochmittag müssen sich dafür Duos melden. Fraktionschefin Alice Weidel erklärte nun gegenüber dem SPIEGEL, dass sie antreten werde, mit Parteichef Tino Chrupalla: »Wir wollen uns integrativ in den Dienst der Partei stellen und bitten um die Unterstützung der Parteimitglieder«. Das erklärt sie auch in der ZDF-Sendung »Markus Lanz«, die am Dienstagabend ausgestrahlt wird (23.30 Uhr).

Zuvor hatte sich schon die Bundestagsabgeordnete Joana Cotar als Kandidatin der Rechtsaußenpartei beworben – gemeinsam mit dem pensionierten Generalleutnant Joachim Wundrak, den auch der niedersächsische Landesverband zum Spitzenkandidaten gewählt hat: »Mir ist an einer Lösung gelegen, die die AfD in ihrer Breite abbildet, mit der sich die Basis der AfD und unsere Wähler identifizieren können«, teilte Cotar am Dienstag mit. Sie bewarb sich mit Wundrak, nachdem Chrupalla ihr Angebot, ein Team zu bilden, nicht angenommen habe.

Zwei Duos, zwei Lager

So stehen sich nun zwei Duos gegenüber, die zwei unterschiedliche Lager der Partei vertreten: Cotar und Wundrack stehen für Parteichef Jörg Meuthen und seine Getreuen, sehen sich als vergleichsweise Gemäßigte. Weidel und Chrupalla dagegen wissen die Anhänger des aufgelösten »Flügel« hinter sich sowie diejenigen, die entweder zumindest kein Problem mit den Völkischen haben oder eins mit Meuthen und seiner Art der Parteiführung der letzten Monate.

Angesichts der drohenden Beobachtung der gesamten AfD durch den Verfassungsschutz war Meuthen gegen mehrere Mitglieder des »Flügel« vorgegangen und hatte sich etwa von Teilen der »Querdenken«-Bewegung distanziert, was auch in seinem Lager zu Unmut geführt hatte. Selbst eine Spaltung der AfD hatte er mal in den Raum gestellt.

Weidel und Chrupalla sind deutlich bekannter als Cotar und Wundrack, der seine Parteimitgliedschaft in der AfD erst öffentlich…