Tag der Pressefreiheit
„Es hagelt Anfeindungen“: Was Reporter während ihrer Arbeit erleben

Polizisten sichern eine Demonstration für die Pressefreiheit vor dem Brandenburger Tor in Berlin

© Jörg Carstensen / DPA

Einschüchterungsversuche, Beleidigungen, Einschränkungen: Die Sorge um die Pressefreiheit wächst – auch in Deutschland. Journalistinnen und Journalisten berichten aus ihrem Berufsalltag unter zunehmend erschwerten Bedingungen.

Von Sonja Schwetje

Ist es Jammern auf hohem Niveau, wenn man sich hierzulande um die Pressefreiheit sorgt? Natürlich ist die Situation für Reporterinnen und Reporter in Deutschland immer noch vergleichsweise komfortabel. Während in vielen Ländern der Welt Journalistinnen und Journalisten ihre Freiheit, ihre Sicherheit, ja sogar ihr Leben riskieren, funktioniert der Schutz der Pressefreiheit, gesichert durch Artikel 5 des Grundgesetzes, bei uns noch „zufriedenstellend“, wie das aktuelle Ranking der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ zeigt. Aber eben auch nur „zufriedenstellend“ und nicht mehr „gut“, wie es zuvor der Fall war. Deutschland ist in dieser Liste von Platz 11 auf Platz 13 zurückgefallen. Das sollte Anlass genug sein, kritisch und wachsam darauf zu schauen, was sich in unserem Land verändert.

Wie steht es um die Pressefreiheit? Journalistinnen und Journalisten berichten

Sonja Schwetje ist Chefredakteurin von n-tv und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Pressefreiheit von Bertelsmann

© MG RTL D

In meiner Funktion als Vorsitzende der Arbeitsgruppe Pressefreiheit von Bertelsmann habe ich verschiedene Redaktionen des Konzerns kontaktiert und sie nach ihrer Einschätzung zum Thema gefragt. Sie alle berichten von zunehmender Aggression gegenüber Reportern. In Deutschland insbesondere auf Demos von sogenannten „Querdenkern“ und „Coronaleugnern“. In Frankreich und Belgien nahmen Reporter zunehmende Gewalt vor…