Spätrömische Herrschaft
Statue Konstantins des Großen nach Hunderten von Jahren mit fehlendem Finger vereint

Das sind die Reste einer ehemals fast 12 Meter hohen Figur.

© Zeno Colantoni/Musei Capitolini / PR

von Gernot Kramper

03.05.2021, 20:21 Uhr

Er etablierte das Christentum im Römischen Reich und gründete Konstantinopel, das heutige Istanbul. Ein Finger seiner Kolossalstatue in Rom lag unbeachtet im Archiv des Louvre, nun ist der Finger wieder an seinem Platz.

Der Bronzekoloss von Konstantin in den kapitolinischen Museen in Rom hat seinen lange vermissten Finger wieder zurückbekommen. Das fehlende Stück wurde 2018 von der Wissenschaftlerin Aurélia Azéma in der Sammlung des Louvre entdeckt. Dort wurde es als römischer Zeh aufgeführt, aber Azéma erkannte, dass es sich um einen Finger handelte.

Der Fehler ist erstaunlich, da die einstmals etwa 12 Meter hohe Statue wohlbekannt ist. Die Bronze Konstantins und das Gegenstück aus Marmor sind die einzigen erhaltenen Reste von römischen Statuen dieser Größe. Der Konstantin-Koloss hat dabei eine Vorgeschichte. Der Kopf wurde ursprünglich im 1. Jahrhundert angefertigt, lange vor der Herrschaft Konstantins. Im Laufe der Zeit wurde der Kopf auf mehrere Herrscher neu angepasst.

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Meisten Teile gingen verloren

Im Mittelalter taucht die Statue als Teil der päpstlichen Sammlung wieder auf. Der Kopf, die Hand, ein Teil des Unterarms und eine Kugel, die mit einem spitzen Stachel gekrönt ist, wurden im Innenhof des Lateran aufgestellt. Der Kopf hat ursprünglich eine goldene Krone getragen. Die Weltkugel wurde in der riesigen Hand gehalten, ein Symbol der kaiserlichen Macht. Die Kugel befand sich noch 1465 in der Hand.

Aber später wurde die…