P. Köster: Kabinenpredigt
Showdown in Frankfurt – Fritz Keller hat keine Zukunft als DFB-Präsident

DFB-Präsident Fritz Keller will mehr als ein Frühstücksdirektor sein – wie lange kann er sich noch im Amt halten?

© Jörg Carstensen / DPA

Die Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes entziehen dem Präsidenten Fritz Keller das Vertrauen. Nun muss er zurücktreten. Sagt stern-Stimme Philipp Köster.

Der Deutsche Fußball-Bund hat in seiner Geschichte schon viel erlebt. Aufreger und Skandale, Konflikte und Rücktritte. Der Machtkampf, der derzeit im Präsidium des größten deutschen Sportfachverbandes ausgefochten wird, ist jedoch in seiner Härte und Dauer nahezu beispiellos.

Im Zentrum dieses Konflikts steht der aktuelle Präsident Fritz Keller, erst seit 2019 im Amt und trotzdem schon wieder kurz davor, zurückzutreten oder abgesetzt zu werden. Oberflächlich geht es in der aktuellen Auseinandersetzung um eine Verbalinjurie, die dem Präsidenten in einer hitzigen Sitzung entfleucht ist. Der Vergleich des Vizepräsidenten Reiner Koch mit dem NS-Scharfrichter Roland Freisler war ein Tabubruch, den Keller seit Tagen versucht, irgendwie wieder einzufangen. Natürlich vergeblich, schließlich hat keiner seiner Gegner ein auch nur granulares Interesse, den Präsidenten aus seiner selbst gestellten Falle zu befreien.

Philipp Köster: Kabinenpredigt

Philipp Köster, Jahrgang 1972, ist Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins „11 Freunde“. Er sammelt Trikots und Stadionhefte, kennt den rumänischen Meister von 1984 und kann die Startelf von Borussia Dortmund im Relegationsspiel 1986 gegen Fortuna Köln auswendig aufsagen: Eike Immel, Frank Pagelsdorf, Bernd Storck, … Außerdem ist er Autor zahlreicher Fußballbücher, unter anderem über die Geschichte der Fußball-Bundesliga, und wurde 2010 als „Sportjournalist des Jahres“ ausgezeichnet. Und vor allem:…