Heute geht es um die Kanzlerpartei CDU, die sich gerade selbst zerlegt: zwischen Maaßen-Kür, Aserbaidschan-Affäre und Laschet-Frust. Außerdem stellen wir die Frage, warum »Cancel Culture« so schlecht wirkt und wer eigentlich den Philosophen Jürgen Habermas berät.

Die CDU zwischen Klimaschutz, Aserbaidschan und Maaßen

Es sind immer noch keine einfachen Tage für die CDU. Die Identitätskrise der Kanzlerpartei war am Wochenende in aller Klarheit zu besichtigen: In Stuttgart geht die Partei offiziell eine neue Koalition mit den Grünen ein, mit dem Ziel, Baden-Württemberg zu einem »Klimaschutzland« umzubauen – und diese Kombination ist ja für weite Teil der Partei auch die Blaupause für Berlin.

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Die Verhandlungsgruppen von Grünen und CDU in Stuttgart – mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (2.v.r.)

Foto: Henning Otte / dpa

In Südthüringen wählten die Delegierten der Partei hingegen den früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen zu ihrem Bundestagskandidaten: einen rheinländischen Neo-Politiker, der sich von der AfD vor allem dadurch unterscheidet, dass er ihr nicht angehört. Auf Twitter stellt sich der Ortsfremde die Bewohner des Wahlkreises etwas Asterix-haft vor als »starkes, liebenswertes aber durchaus auch selbstbewusstes und wehrhaftes Volk, das allergisch auf Ratschläge und Weisungen aus Rom, München oder Ost-Berlin reagierte. Auch wenn sie von Julius Caesar persönlich kamen«. Die Truppen von Julius Caesar waren zwar nie in Südthüringen – Maaßen aber wohl auch noch nicht so oft.

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So stellte sich Maaßen dem CDU-Kreisverband vor

Foto: ARI / imago images

Die NRW-Staatssekretärin Serap Güler, Mitglied des CDU-Bundesvorstands, empörte sich: »An die 37 Parteikollegen in Südthüringen: Ihr habt echt den Knall nicht gehört! Wie kann man so irre sein und die christdemokratischen Werte mal eben über Bord schmeißen?« Wie CDU-Parteichef und Kanzlerkandidat…